Zu Produktinformationen springen
1 von 3

My Store

Die Chroniken der Lichtkrieger - Legacy - Band 5 - Nicholas

Die Chroniken der Lichtkrieger - Legacy - Band 5 - Nicholas

Normaler Preis €13,99 EUR
Normaler Preis Verkaufspreis €13,99 EUR
Sale Ausverkauft
Inkl. Steuern. Versand wird beim Checkout berechnet
Anzahl
Wir schreiben Ihre Widmung handschriftlich ins Buch.

Nicholas ist ein begehrtes Model geworden. Ein Auftrag jagt den Nächsten. Die Frauen stehen auf ihn und wollen ihm an die Wäsche, was er sichtlich auskostet. Einmal wird er bei einer Knutscherei von Serafina erwischt, die sehr emotional reagiert. Auf die Frage, ob sie in ihn verliebt ist, wirfst sie ihm die Tatsache an den Kopf, dass sie seine Eltern kennt. Als Nicholas die Wahrheit erfährt, schmiedet er einen Plan, um seine Eltern kennenzulernen. Er möchte eine Band gründen, die er "Die Lichtkrieger" nennt. Die Aufmerksamkeit hat er bekommen und badet förmlich in Angeboten von Frauen. Er merkt nicht, wie er damit eine besondere Person verletzt.

📖 Leseprobe
Kapitel 1 Einunddreißig Jahre nach der Rückkehr der Lichtkrieger Der Tag hatte für Nicholas sehr gut angefangen. Ein Shooting stand an. Der Ärger nach dem gemeinsamen Interview mit Serafina war fast vergessen, obwohl es erst ein paar Tage her war. Es hatte ihn nur gewundert, dass die beiden Mädchen, vielmehr jungen Frauen, die mit ihm zusammen aufgewachsen waren, plötzlich ihre Eltern kannten. Und noch weniger konnte er begreifen, dass Serafina die Tochter von Steve Locke ist und Leslie die Tochter von William Scarlett. Den beiden begehrtesten Models dreißig Jahre zuvor. Aber nachdem die ehemaligen und alten Stars der Branche das Interview gegeben hatten, wo sie mehr Geheimnisse bewahren als aufdecken wollten, ebbte das Interesse der Presse an Serafina ab. Zumindest mochte sich keiner von ihnen mit diesen Männern anlegen, die eine offene Drohung an die Reporter gerichtet hatten. Nicholas bekam seine Fragen leider nicht von Ronja und Bob beantwortet und auch die anderen Pflegekinder von ihnen schwiegen zu dem Thema. Es ging etwas vor sich, doch niemand hielt es für nötig, ihn einzuweihen. Nach einer ausgiebigen Dusche ging er gemeinsam mit Serafina zu einem Shooting. Für diesen Zweck hatte sie in ihrem alten Zuhause übernachtet. Er mochte sie gerne. Ihre kleinen Streitereien vermisste er sehr, seit sie nach London gezogen war. Aber er kannte auch ihre Sorgen und Probleme und wollte ihr helfen, wo er nur konnte. Dafür waren sie eine Familie, die sich gegenseitig unterstützte. Das war stets sein Motto gewesen. Ärger und liebevoll gemeinte Streiche gehörten nur innerhalb der Familie dazu. Nach außen hin hielten sie durch dick und dünn zusammen. So hatte es ihm Sam auch zu allen Zeiten beigebracht. Zu diesem Zweck las er ihm sogar früher immer die Geschichten von den Lichtkriegern vor. Noch während Nicholas in der Maske zurechtgemacht wurde, konzentrierte er sich auf das Shooting mit Serafina. Es war für diese Jahreszeit äußerst kalt und das Set befand sich am Strand mit Blick auf das Meer. Es war ja zudem der beginnende Herbst. Der Wind war sehr frisch und alles in allem lud das Wetter nicht wirklich dazu ein, lange draußen zu bleiben. Dennoch war ihm warm gewesen. Da war eine junge Frau am Set, die ihm schöne Augen machte und er fand sie überaus attraktiv. Er hatte während seiner Zeit als Model bereits öfter Frauen geküsst, allerdings sah sie danach aus, als wollte sie bei ihm aufs Ganze gehen. Noch war er sechszehn Jahre, aber er fühlte sich bereit, auch mal einen Schritt weiterzugehen. Und dafür war ihm eine Frau mit Erfahrung durchaus willkommen, denn er wollte alles lernen, was es in der Hinsicht zu durchleben gab. Diese Frau ging an ihm vorbei und fragte mit einem leichten Lächeln: „Nach dem Shooting?“ „Gerne! Ich werde in der Garderobe auf dich warten.“ antwortete er und merkte, dass sein Körper sich dezent verspannte. Doch er musste einen kühlen Kopf bewahren, um die Posen gut auszuführen. Auf dem Sand stehend sah Nicholas, dass Serafina in einem wehenden, weißen Kleid auf ihn wartete. Ausgerechnet bei diesen Temperaturen. Er konnte ihr ansehen, dass sie fror. Langsam ging er auf sie zu und fragte besorgt: „Alles in Ordnung?“ „Natürlich. Jetzt gerade lebe ich weitestgehend. Morgen werde ich bestimmt eine Lungenentzündung haben. Frag mich einfach morgen noch einmal.“ scherzte sie und er musste über ihre Bemerkung schmunzeln. Sie war meistens witzig, was er sehr toll an ihr fand. Es gab nicht viele Frauen, die ihn so zum Lachen bringen konnten. Und weil er sie so gerne hatte, umarmte er sie und meinte: „Mir ist warm für zwei. Wenn wir gleich wieder bei den Bildern kuscheln müssen, dann schmiege dich ruhig dicht an mich. Ich werde dich schon wärmen.“ Sie nahm sein Angebot direkt an und lehnte sich näher an seinen Körper heran. Er spürte ihre kalte Haut auf seinen Armen, denn er hatte nur ein T-Shirt und eine halblange Hose an. Sie musste wirklich sehr frieren und so zog er sie eng an sich, um ihr von seiner Wärme abzugeben. Gerade als Nicholas sich an diese Position gewöhnt hatte und er das Gefühl bekam, dass es ihr besserging, war bereits alles von dem Fotografen zufriedenstellend ausgerichtet und er sagte: „Alles klar ihr beiden? Dann fangen wir an. Ich will Leben auf den Bildern sehen. Himmelt euch an, küsst euch, macht einfach etwas, was nach Leidenschaft aussieht. Ich will Romantik und Erotik gleichzeitig auf den Fotos sehen können.“ Dies war sein Stichwort. Sofort schaute er Serafina an und versuchte dabei erotisch zu wirken, wie es von ihm erwartet wurde. Zunächst hatte er gedacht, dass sie wie bei dem Werbedreh zögerte, doch sie öffnete leicht ihre Lippen und es sah so aus, als würde sie seinen Kuss ersehnen. Selbstverständlich konnte das nicht sein. Sie hatte ihm deutlich genug gesagt, dass sie es ekelig fand, ihn zu küssen und es nur wegen der Arbeit war. Trotzdem hatte er den Eindruck, dass ihre Augen dabei erwartungsvoll glänzten. Von ihrem Blick beflügelt, zog er sie mit einem Ruck eng an sich und küsste sie so, wie er jede andere Frau küssen würde. Es war keine Show, denn er hatte Filmküsse nie gelernt. Und so drang er sachte mit seiner Zunge in ihren Mund und war überrascht, dass sie so wohlwollend mitmachte und sich enger an ihn schmiegte. Nicholas merkte schlagartig, dass sein ganzer Körper auf sie reagierte. Es wurde ihm nicht nur heißer, sondern seine Hose spannte plötzlich zwischen seinen Beinen. Er war tatsächlich erregt, was ihn einerseits verwirrte, aber gleichzeitig mehr anmachte. Serafina sah ja auch für seinen Geschmack ziemlich heiß aus. Er fuhr mit der Hand durch ihre langen, blonden Haare und drückte sie so noch näher an sich heran. Der Fotograf rief: „Jetzt mal eine andere Pose. Das war schon sehr gut. Eure Küsse habe ich jetzt reichlich fotografiert. Ich will mehr Körpereinsatz. Nicholas hebe sie auf deine Beine. Sie soll ihre Schenkel um deine Hüfte wickeln.“ Einen kurzen Moment überlegte er, wie er sie dort hochheben sollte, ohne dass sie seinen harten Schwanz bemerkte oder die Kamera diese Tatsache entdecken würde. Daher musste es schnell gehen und darum hob er sie hastig auf seine Oberschenkel. Ihr Kleid verdeckte das meiste seiner Hüfte und ihre Beine waren fest um ihn geschlungen. Diese Position steigerte seine Erregung und er hätte am liebsten mit Serafina sehr viel mehr hinter verschlossenen Türen gemacht. Doch sie wollte ihn nicht auf diese Art und Weise. Außerdem fand sie ihn nervig, weil er sie immer geärgert hatte. Demnach sollte er sich zusammenreißen. Gerade als er seinen Körper etwas besser unter Kontrolle gebracht hatte, rief der Fotograf: „Und nun lege sie in den Sand und platziere dich auf ihr. Das wird großartig werden.“ Nicholas wollte ihr nicht wehtun und bettete sie vorsichtig auf den Boden, der seiner Meinung nach viel zu kühl war. Daher legte er ein Bein zwischen ihre Schenkel und das andere daneben. So konnte er wenigstens mehr Wärme abgeben, indem er ihren Körper, so gut es eben ging, vor der Kälte abschirmte. Doch dann spürte er, dass ihre Arme warm waren und ihre Wangen glühten. Hastig drückte er seine Lippen auf ihren Mund und hielt dabei ihre Hände fest, die sich fast im Sand vergruben. Schon wieder sprach sein Körper eine eigene Sprache und wollte so viel mehr von ihr. Lag das an seinen Hormonen? War das der finale Wachstumsschub auf dem Weg in das Erwachsenenalter? Es konnte doch unmöglich sein, dass er plötzlich so angetan von ihr war. Da könnte wahrscheinlich jede andere Frau als Model beim Shooting ihre Rolle haben und er hätte sie verführen wollen. Es lag bestimmt nicht an Serafina selbst, sondern an seinen spätpubertierenden Jungenproblemen. „So, das war alles. Ihr könnt Feierabend machen und euch wärmer anziehen.“ sagte der Fotograf. Nicholas rollte sich von Serafina herunter, stand auf, klopfte sich kurz den Sand von der Hose und hielt ihr anschließend die Hand hin, um ihr vom Boden zu helfen. Dankend nahm sie diese entgegen und säuberte das Kleid auch vom möglichen Dreck. Dies war für ihn der Beweis, dass sie sich nicht wohl fühlte, als sie unter ihm im Sand lag. Sofern sie das Gleiche spüren würde, hätte sie ihn wahrscheinlich angelächelt, mit einem Versprechen in den Augen, dass sie später dort weitermachen sollten. Aber sie würdigte ihn keines Blickes und achtete nur auf den Dreck auf diesem geliehenen Kleid. Da begriff er, dass sie nichts von ihm wollte, und ging mehr oder weniger frustriert in seine Garderobe zurück. Hinter der Türe wurde Nicholas von dieser heißen Frau erwartet, die sich dort mit ihm verabredet hatte. Da er durch das Shooting immer noch ungemein erregt war, zögerte er nicht länger, schnappte sie sich und drückte sie mit seinen Küssen gegen den Tisch in der Garderobe. Sie schlang ihre Beine um seine Hüften und krallte sich mit ihren Händen in seinen braunen, lockigen Haaren fest. Nicholas konnte merken, dass sie bereit war, mit ihm aufs Ganze zu gehen. Doch er wollte sich Zeit nehmen für sein erstes Mal. Knutschen konnte er schon sehr gut, aber den Sex mochte er auskosten, solange er dauerte. Daher ließ er seine Finger auf ihrem Rücken und küsste sie fordernd. Sie sollte die nächsten Schritte machen, dachte er. Schließlich war er in dieser Hinsicht unerfahren und wollte von ihr lernen. Ihre Hände suchten plötzlich den Weg zu seiner Brust und er genoss es in vollen Zügen. Sollte er es auch bei ihr so machen? Seine Gedanken drehten sich nur noch um Sex, denn er war sehr erregt und konnte sich kaum noch beherrschen, nicht schon alleine bei ihren Berührungen seinen Orgasmus zu haben. Daher musste er sich kurz auf etwas anderes konzentrieren und hörte hinter sich, dass die Türe geöffnet wurde. Da sie aber nicht wieder schloss, löste er seine Lippen von der Frau vor ihm und drehte seinen Kopf herum. Im Rahmen erblickte er Serafina, die ihn irgendwie seltsam ansah und wohl selbst nicht wusste, warum sie nicht sofort wieder gegangen war. „Kannst du nicht anklopfen?“ fragte Nicholas und Serafina erklärte stammelnd: „Sorry, aber ich wusste nicht, dass du beschäftigt bist. Ich dachte, dass wir zusammen nach Hause gehen.“ Die junge Frau, die er noch um seine Hüften geschlungen hatte, sagte gereizt: „Jetzt mag ich auch nicht mehr. Kannst ruhig wieder in dein warmes Nest gehen. Hier haben wir keine Ruhe für solche Sachen.“ Seufzend löste er sich von ihr und funkelte Serafina verärgert an. Doch diese verschränkte die Arme vor der Brust und sah ebenso wütend aus, wie er. Was hatte sie nur? Gab es eine logische Erklärung für dieses seltsame Verhalten? Einen Augenblick wartete Nicholas ab, bis die junge Frau aus seiner Garderobe verschwunden war und wandte sich anschließend an Serafina: „Sag mal geht es noch? Du kommst einfach herein, ohne anzuklopfen, siehst, dass du störst, hast keinen Anstand wieder zu gehen und schaust mich zudem so böse an, als hätte ich etwas Falsches getan. Was stimmt nicht mit dir?“ „Ich habe mich doch schon entschuldigt. Weißt du, ich habe dich halt noch nie so gesehen und ich weiß, dass ich hätte gehen sollen, aber kennst du das, wenn etwas passiert und man einfach nicht wegsehen kann? Wie bei einem Unfall?“ versuchte sie zu erklären, doch er sah sie weiterhin wütend an und fragte: „Du vergleichst mein Liebesleben mit einem Unfall? Bist du jetzt total abgedreht? Anscheinend hast du vorhin doch zu viel von der Kälte am Strand mitbekommen. Das hat dir nicht gutgetan. Du solltest nach Hause gehen und ein warmes Bad nehmen. Und ich muss sehen, ob ich nach wie vor einmal Gelegenheit haben werde, mit dieser heißen Frau zu fummeln.“ Serafina schaute ihn mit ihren blauen Augen an, die noch mehr funkelten, wenn sie böse auf ihn war. Lässig winkte sie ab und meinte: „Das kannst du vergessen. Außerdem solltest du keinen Sex haben. Zumindest nicht so bald. Du bist erst sechszehn.“ „Na und? Mein Körper funktioniert bestens, was das angeht. Wir hatten das Thema doch schon. Ich bin alt genug zu arbeiten, also könnte ich auch Sex haben. Und du darfst es mir nicht verbieten.“ sagte er und verstand nicht, warum sie so dermaßen überzogen reagierte. Es war für ihn unbegreiflich, dass diese Frau auf einmal so spießig und vorsichtig war, obwohl sie sonst immer die Erste war, die sich ausprobieren wollte. Sei es nun mit Drogen, Männern oder anderen Sachen. Und ausgerechnet sie wollte ihm vorschreiben, was er zu tun oder lassen hatte? Das ging zu weit und er fügte hinzu: „Du bist weder meine Mutter noch meine Schwester. Schon gar nicht meine Partnerin, die ich damit betrügen könnte. Du hast mir nicht zu sagen, wie ich mein Leben zu leben habe.“ „Du hast ja recht. Aber trotzdem hast du keine Ahnung, welche Verantwortung damit verbunden ist. Es geht einfach nicht.“ stammelte sie und er wurde das Gefühl nicht los, dass irgendetwas ganz und gar nicht mit ihr stimmte. Ruhig sog er tief die Luft in seine Lunge, denn er wollte sich beruhigen, sonst wäre er ihr vermutlich an den Hals gesprungen. Im negativen Sinne. Dann schloss er die Augen und fragte leise: „Was ist los? Du bist im Moment so anders als üblich. Kannst du mir erklären, was hier Sache ist? Ich könnte sonst tatsächlich glauben, dass du auf mich stehst und eifersüchtig bist.“ Sie antwortete nicht und schaute ihn mit überraschten Augen an. Nicholas grinste selbstgefällig und meinte: „Dachte ich es mir doch. Du findest mich heiß.“ „Ganz und gar nicht. Es gibt da nur so Dinge, die du wissen solltest, bevor du den ersten Sex hast.“ verteidigte sie sich und setzte einen Schritt zurück. Es bereitete ihm Freude, dass sie auf einmal sehr nervös war. Daher ging er langsam auf sie zu und fragte mit einem erwartungsvollen Lächeln: „Und die wären?“ Wieder wich sie ihm aus und antwortete hastig: „Ich habe deine Eltern kennengelernt. Ich weiß, wer sie sind.“ Kapitel 2 „Wieso kennst du auf einmal meine Eltern? Und was haben diese mit meinem Sexleben zu tun? Warum komme ich gerade nicht mit?“ fragte Nicholas und war total verwirrt nach ihrer Aussage. Serafina blickte beschämt auf ihre Hände und meinte leise: „Verdammt, ich sollte es dir nicht so früh sagen, aber du hast mich dazu gebracht. Also gut. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.“ Erwartungsvoll schaute er sie an und glaubte zu erkennen, dass sie plötzlich etwas gerötete Wangen vor Aufregung bekam. Anschließend seufzte sie einmal und erklärte: „Ich habe deine Eltern letzte Woche kennengelernt. Sie waren bei uns in der Londoner Wohnung. Du weißt doch noch, der Mann, der in meinem Zimmer war, als wir miteinander mit Video telefoniert haben. Der Freund von meinem Dad. Das war dein Vater.“ „Bitte was? Du verarschst mich jetzt doch, oder?“ hakte er nach und fasste sich nachdenklich an den Kopf. So langsam begriff er, dass es sich nicht um einen Zufall gehandelt hat. Leslies Vater, dieser William Scarlett, war mit Steve Locke befreundet und nun soll sein eigener Vater auch in diesen Freundeskreis gehören? War das alles von diesen Models so geplant gewesen mit Ronja und Bob? Das konnte und durfte nicht wahr sein. Es gab keine logische Erklärung, warum sie alle ihre Kinder in ein und dieselbe Pflegefamilie gebracht haben. Verwirrt schaute er in Serafinas Augen und fragte: „Wieso? Weshalb ist das so? Und aus welchem Grund wurde mir das vorher nicht gesagt?“ Mit einem Seufzen antwortete sie: „Sam kann dir das besser erklären. Wenn du mit mir nach London kommst, wirst du es heute noch erfahren. Aber habe keine Angst. Du wirst es begreifen und danach fühlst du dich besser.“ Ahnungslos dachte er sich, was denn schon dabei war, und so willigte er ein, mit ihr die Strecke zu fahren. Die Wohnung von Sam und den anderen der Wohngemeinschaft war für Nicholas seit geraumer Zeit wie ein Zweitwohnsitz, denn immer, wenn er in der Umgebung ein Shooting hatte, durfte er auf dem Sofa übernachten. Als er gemeinsam mit Serafina durch die Türe ging, saßen dort Leslie und Sean bereits mit Sam im Wohnzimmer und sahen ihn mit einem freudigen Lächeln an. Sean sagte: „Willkommen bei uns. Wir hoffen, dass wir deine Erwartungen erfüllen werden. Immerhin habe ich vorhin eine Nachricht von Serafina bekommen, dass du heute eingeweiht wirst. Wir sind echt aufgeregt.“ Leslie grinste ihn an und erwähnte: „Ja, mir kribbelt es auch in den Fingern. Aber Sam wird dich liebend gerne aufklären.“ Mit einem fragenden Blick schaute Nicholas sein großes Vorbild an, um an seinem Gesichtsausdruck etwas erkennen zu können. Sam stand vom Sofa auf und meinte: „In Ordnung. All die Jahre habe ich darauf gewartet. Und bei dir wird es mir die größte Freude machen, alles zu erklären.“ Anschließend knackte er mit den Fingern und fragte: „Willst du dich lieber setzen?“ „Jetzt mache es nicht so spannend. Ihr kennt also meine Eltern. Und warum wird da so ein Geheimnis darum gemacht?“ hakte Nicholas nach und verstand die Aufregung nicht, die um dieses Thema veranstaltet wurde. Was war denn schon dabei? Er würde seine Eltern kennenlernen, aber dann könnte er ihnen die Meinung sagen, dass niemand seine Kinder abgeben sollte. Obwohl es ihm bei dieser kleinen Pflegefamilie sehr gut gefallen und es ihm an nichts gemangelt hatte. Behutsam wurde er von Sam auf die Schulter geklopft, der mit einem freudigen Lächeln erklärte: „Alle Kinder, die bei Ronja und Bob aufgewachsen sind, haben die Lichtkrieger als Eltern. Es gibt sie wirklich und ich erzählte dir schon lange, dass ich Beweise habe, dass es sie gibt.“ Das hatte er tatsächlich noch im Kopf gehabt, aber so langsam war er kein Kind mehr und sollte auf so was nicht hereinfallen. Daher sah Nicholas seinen Freund an und meinte mit einem müden Lächeln: „Was du nicht sagst. Jetzt sage mir die Wahrheit, denn ich bin aus dem Alter mit den Märchen herausgewachsen.“ Sean lachte kurz und scherzte: „In Ordnung Sam. Lass dir mal etwas Neues einfallen. Immer diese alte Geschichte über die Lichtkrieger zu hören ist doch echt langweilig geworden. Du musst dich diesmal eine Spur mehr ins Zeug legen.“ Leslie und Serafina schmunzelten ebenfalls ein wenig und Nicholas sah Sam an, dass dieser sich über die Freunde ärgerte und schließlich erklärte: „Dies ist keine Lüge. Ich habe die Beweise. Soll ich dir all meine Nachforschungen zeigen? Ich bin der Sohn von Daleinth dem Bestienreiter und habe ihn sogar in London gesehen, wie er Ratten dazu gebracht hatte, einem Drogendealer seine Ware zu stehlen. Er hatte mich durch die Tätowierung auf dem Arm erkannt. Du hast auch eine. Und schau dir Sean an. Er hat die rötlich-blonden Haare von seinen beiden Eltern. Von Naletia die roten und von Drawolleiseth die blonden Haare. Und du hast William Scarlett im Fernsehen gesehen. Erinnere dich an den weißhaarigen Schwertkämpfer Maliwilth aus den Storys. Und Speneth der Mondmagier ist Steve Locke. Hast du das Lächeln bemerkt und die leuchtend blauen Augen? Erinnert dich diese Beschreibung nicht an die Geschichten über sie? Hast du dich außerdem nie gefragt, warum sonst kein anderer diese Geschichten über die Lichtkrieger kennt? Und du hast tatsächlich von deinem Vater eine Actionfigur an dem speziellen Weihnachten bekommen. Naxaderleth der Axtkämpfer und Schattenkrieger ist dein Dad und Sterchphoria mit dem Adlerblick ist deine Mutter. Du hast ihre braunen Locken geerbt.“ Einen kurzen Augenblick musste Nicholas das sacken lassen. Die Erklärung schien logisch zu sein, aber es konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Seine Helden der Kindheit sollte es wirklich geben und zudem seine Erzeuger sein? Nachdenklich schüttelte er mit dem Kopf, bis Serafina sagte: „Schau deinen Arm an. Da sind die Zeichen deiner Eltern zu sehen. Dies ist der Anfangsbuchstabe von Sterchphoria. Und nun vergleiche ihn mit dem Symbol von meinem Vater Speneth. Es sieht gleich aus. Und wenn du bei Sean auf den Arm schaust, wirst du das gleiche Zeichen von seiner Mutter Naletia finden, was auch bei Naxaderleth deinem Vater zu sehen ist. Unsere Eltern wollten uns so mit ihren Anfangsbuchstaben im Hexenalphabet kennzeichnen. Es ist keine Lüge. Ich konnte es ebenso nicht glauben, bis ich mit eigenen Augen gesehen habe, wie Toni, der Seans Onkel ist, seine Muschel auf den Tisch gelegt hatte, die anfing zu leuchten.“ Der rotblonde Kerl nickte und erklärte: „Toni ist der Zwillingsbruder meiner Mutter. Er wurde früher Naynoth genannt. Du weißt schon, die Fischlunge mit den roten Haaren. Die gleiche Haarfarbe hat Kelly, die seine Tochter ist. Denk noch einmal nach. Es ist kein Zufall mehr. Alles passt bestens in das Bild hinein. Und ich begriff es erst, als ich die Magie gespürt habe, die das Haus meiner Eltern umgibt. Du solltest es so langsam glauben. Sam dachte ja, dass du einen Freudenschrei loslässt, sobald du erfährst, dass es die Lichtkrieger wirklich gibt und du mit ihnen verwandt bist. Und wir alle glaubten, dass du es am schnellsten und besten begreifen würdest. Anscheinend hätten wir die Wette verloren, wenn wir tatsächlich darauf gewettet hätten. Sam sehnte diesen Tag schon herbei, seit du drei Jahre alt warst. Zu diesem Zeitpunkt hatte er es selbst erst erfahren, aber er musste schweigen. Genauso wie wir anderen.“ Leslie fügte hinzu: „Meine Mutter Vegomentorgia die Wandlerin, ist auch Viktoria Wilkes die Autorin der Kinderbücher über die Lichtkrieger. Sie hat sie extra für uns geschrieben, damit wir unsere Eltern auf diese Weise kennenlernen und es nachher begreifen.“ „Was denn begreifen?“ hakte Nicholas nach und wusste nicht, ob er es glauben sollte. Sam antwortete: „Begreifen, dass sie die Welt retten müssen und daher nicht ihre Kinder aufziehen konnten. Aber du wirst es besser verstehen können, wenn wir dir die richtigen Romane über die Krieger geben werden. Sobald du sie gelesen hast, bist du im Bilde.“ Kaum eine Minute war vergangen und trotzdem hatte Nicholas das Gefühl, dass die Zeit stehengeblieben war. Die Blicke seiner Freunde sahen immer noch so erwartungsvoll aus, wie die Minute zuvor. Als ob sie direkt von ihm wissen wollten, ob er ihnen die Nummer abkaufen würde. Etwas in seinem Kopf mochte es für möglich halten. Jedoch gab es diesen anderen Teil, der dachte, dass alles nur ein gut ausgedachter Streich war, der ihn besonders treffen sollte, weil er so ein Fan von den Lichtkriegern war. Gegenseitig starrten sie sich an und Nicholas sagte nach einer kurzen Bedenkzeit: „Es wäre zu schön, wenn es der Realität entspricht, aber ich will es nicht glauben. Ich lasse mich nicht hereinlegen.“ Sam seufzte, strich sich angespannt über die Haare und meinte: „Ich dachte wirklich, dass du am einfachsten von uns allen überzeugt werden könntest. Ich wollte dein Strahlen in den Augen wahrnehmen, wenn du es kaum erwarten kannst, deine Eltern zu sehen. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass du so eine harte Nuss bist.“ Leslie sprang vom Sofa auf, ging zu Sam hinüber, um ihm beizustehen, und sagte zu Nicholas: „Du kannst Ronja und Bob fragen. Oder glaubst du, dass sie dich anlügen würden? Leider können wir es dir jetzt gerade nicht beweisen. Es ist keiner der Krieger hier oder für uns erreichbar.“ „Aber du könntest im Internet nachlesen. Da gibt es Berichte, dass knapp acht bis neun Monate vor meiner Geburt der Mond zu einer Zeit am Himmel stand, in der er nicht hätte da sein dürfen. Das war Serafinas Vater. Und ich habe noch mehr Dinge dort gefunden, die von den Lichtkriegern kommen. Du kannst selbst danach suchen, wenn du lieber deinen Augen traust, als uns.“ erzählte Sam und sah dabei aus, als ob das sein letzter Hoffnungsschimmer war. Nun versuchte es Serafina auch einmal und sagte: „Findest du nicht, dass die Berichte und das Aussehen unserer Väter zusammen mit Sams Erzählungen dich überzeugen sollten? Wie viele Beweise brauchst du denn noch, dass dies alles nicht nur auf einen Zufall beruht? Was möchtest du wissen oder sehen, damit du uns glaubst? Ich kann jetzt nicht den Mond blinken lassen, denn sonst denkt mein Vater, dass ich Hilfe brauche und das darf ich nicht.“ „Du glaubst also, dass du den Mond beschwören kannst?“ hakte Nicholas etwas spöttisch nach und sie nickte einfach. Da musste er grinsen und meinte: „Wenn du folglich Kräfte hast, dann sollte ich in die Ferne schauen können, supergeräuschempfindlich sein oder Schatten nach meinem Willen Befehle geben. Und ich kann nichts dergleichen. Also hört endlich auf damit. Von wegen du würdest deinen Vater damit rufen können. Du kannst es nicht und daher zeigst du es mir nicht.“ Sean seufzte und fragte: „Sollen wir Toni anrufen? Oder schleifen wir ihn direkt nach Amesbury?“ „Wieso Amesbury?“ hakte Nicholas nach und Leslie antwortete: „Da ist das Hauptquartier der Lichtkrieger, zu dem wir eigentlich nicht mehr hingehen dürfen, und zudem noch die Chroniken verwahrt werden. Dort wird in einer Kiste ein Brief deiner Eltern auf dich warten. Aber ohne die Zustimmung der Krieger, dass wir kommen dürfen, fahren wir nirgendwo hin.“ Nicholas überlegte, dass dies ein äußerst gut vorbereiteter Streich war, denn ansonsten müsste er sich eingestehen, dass mit einem Schlag alle seine Träume in Erfüllung gingen. Es war einfach zu unglaublich der Sohn seiner Vorbilder und Superhelden zu sein. Doch er wollte Beweise, bevor er sich zu sehr darauf freute und hineinsteigerte. Ohne diese würde er den Freunden gar nichts glauben.
Vollständige Details anzeigen