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Die Chroniken der Lichtkrieger: Band 6 - Die Seelenpartner

Die Chroniken der Lichtkrieger: Band 6 - Die Seelenpartner

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500 Jahre vor Christus wurden 14 Menschen dazu auserwählt gegen das Böse zu kämpfen. Dazu haben sie besondere Fähigkeiten erhalten, die für jeden von ihnen einzigartig sind. Jeweils 7 Männer und Frauen, die zudem noch als Paare Seelenpartner sind, können ihre Kräfte vereinen, die eine außergewöhnliche Kraft entfacht zu dem kein einzelner alleine fähig ist. Sie müssen daher gegenseitig aufeinander achtgeben, damit niemand im Kampf stirbt. Jeweils 7 Krieger sind vom Mond abhängig und die anderen 7 von der Sonne. Ihre Kräfte funktionieren deswegen entweder nur am Tage oder in der Nacht. Sie können im Kampf getötet werden, jedoch sterben sie nicht am Alter oder einer Krankheit. Doch eine große Bedrohung schleicht sich durch ihre Reihen. Es gibt eine Weissagung, dass sie alle sterben werden. Einer von ihnen versucht dieses Schicksal zu vereiteln. Jedoch funktioniert es nicht so wie gedacht und die Lichtkrieger verlieren ihre Erinnerungen und zunächst auch ihre Fähigkeiten. Sie leben auf einmal in einer anderen Welt. Die Zukunft 2500 Jahre später. Doch sie sind nicht mehr fast unsterbliche Menschen, sondern teilweise zu anderen Wesen geworden, die nur in der Dunkelheit leben können. Sie bekämpfen sich gegenseitig, bis das Schicksal erneut zuschlägt.

📖 Leseprobe
Prolog Ein paar Jahrhunderte vor Christus Geburt … Ziellos lief Deronia durch die Gegend. Sie war alleine und wusste nicht mehr, was sie machen sollte. Naletia sehnte sich immer so nach ihrem Seelenpartner, und so hatte sie keinen einzigen Mann mehr angeschaut, seit Drawolleiseth tot war. Zumindest würde er irgendwann wieder leben, aber ohne sie. Irgendwie musste es wirklich ein überaus tolles Gefühl sein, einen Seelenpartner zu haben. Deronia liebte ihre Ziehmutter mit den roten Haaren sehr, und sie wusste, dass sie ebenfalls von ihr geliebt wurde. Doch scheinbar war die Beziehung zwischen Seelenpartnern noch sehr viel mehr wert. Zumindest glaubte sie es. Vielleicht war diese Liebe eventuell nur eine andere. Nicht nur im Herzen, sondern auch körperlich. Zu dem eigenen Kind war da ebenso eine starke Bindung, aber eben anders. Dies hatte sie an den Kindern von Semjia gesehen. Wie aufopfernd sich diese um sie gekümmert hatte. Liebe gab es immer und überall, daran gab es kein Zweifel. Doch Deronia wollte dieses Gefühl erleben, welches einem den Atem raubt. Was die Sinne betört und man sich nichts Schöneres vorstellen kann, als mit dem Partner der Seele unter einem Baum zu liegen und sich einfach fallen lassen zu können. So ging sie stracks weiter des Weges, in der Hoffnung, irgendwann mal auf ihren einzig wahren Partner zu treffen. Sie war einsam und wollte das so bald wie möglich ändern. Kapitel 1 Spät am Nachmittag lag Jasmin bei Ronald im Bett in seinem Keller. Dort brauchte sie sich keine Sorgen um die Sonne zu machen. Ihr Liebster war tief zwischen ihren Schenkeln vergraben und sie krallte sich in seinem Rücken fest, damit sie ihn noch intensiver in sich aufnehmen konnte. Sie stöhnten gemeinsam und er liebte sie mit allem, was er zu bieten hatte, bis sie beide einen Höhepunkt erlebten. Sachte gab er ihr noch einen Kuss und rollte sich hinterher erschöpft von ihr herunter. Jasmin hatte nicht mehr mitgezählt, wie oft sie miteinander geschlafen hatten, seit sie sich wieder an ihr damaliges Leben erinnern konnten. Auf jeden Fall haben sie die restliche Nacht genutzt und den Tag über in seinem dunklen Keller verbracht. Waren es sechsmal oder bereits sieben? Auf jeden Fall war sie energiegeladen und hatte höchstens eine Stunde geruht, bis sie erneut übereinander herfielen. Für einen Augenblick sah sie ihren Warrdaloonth von früher vor ihrem Auge und sie fragte Ronald: „Magst du mir bitte einen großen Gefallen tun?“ „Jeden! Alles, was du willst, meine Liebste.“ antwortete er und schaute sie dabei verliebt an. Sie fragte leise: „Würdest du für mich diesen Schnurrbart abrasieren? Damals hattest du nie solch ein Ding im Gesicht. Ich finde dich ohne einfach attraktiver.“ Da lachte er, drehte sich auf den Rücken und meinte: „Sofort, nachdem ich wieder ausreichend Luft bekomme. Du bist der Wahnsinn. Ich liebe dich so sehr.“ „Ich liebe dich auch.“ sagte sie und kuschelte sich nochmals an seine Seite an. Anschließend dachte sie an die Zeit von damals, wie sie da miteinander geschlafen hatten. Früher war alles so anders gewesen. Jederzeit konnte der Feind angreifen, sie mussten auf der Hut sein. Wenn sie Sex hatten, fiel der noch lange nicht so toll aus, wie das, was sie die letzten Stunden erlebt hatte. Und dann sah sie das Baby von ihnen in ihrer Erinnerung. Diese schwarzen Haare von ihrer Tochter. Und so fragte sie leise: „Was wohl mit unserer Deronia passiert ist? Ob sie jemanden gefunden hat, der sie liebt? Und ob sie Kinder hatten? Hältst du es für möglich, dass hier noch irgendwo unsere Nachfahren leben?“ Sachte streichelte er ihr über den Kopf und antwortete: „Ich kann es nur hoffen, dass sie glücklich gewesen ist, wie lange sie auch immer gelebt haben muss.“ „Wie meinst du das? Glaubst du, sie ist unsterblich?“ hakte sie nach. Ronald gab ihr einen Kuss auf die Stirn und antwortete in ruhigem Ton: „Nein, das denke ich nicht. Du weißt doch, wie das damals gewesen ist. Ich möchte dich jetzt nicht beunruhigen, aber es gab früher immer noch unsere Feinde, schreckliche Krankheiten, Kriege, schlimme Männer, allerdings starben auch die Frauen bei der Geburt. Wir wissen leider nicht, was passiert ist. Ich wünsche es ihr dennoch, dass sie ein glückliches, erfülltes Leben hatte, sie einen Mann gefunden hat, der sie liebte, viele Kinder bekommen hat und dann im hohen Alter gestorben ist.“ Jasmin wurde traurig und sie meinte leise: „Ja, das hoffe ich sehr für sie. Schade, dass wir ihren Weg nicht begleiten durften. Stell dir mal vor, wir mit unserem langen Leben, hätten all unsere Nachfahren aufwachsen sehen können.“ „Ja, aber es wäre nicht gegangen. Du weißt es. Früher oder später hätten wir Deronia verlassen müssen. Immerhin sollten wir eine Aufgabe erledigen. Wir mussten immer für den Kampf bereit sein. Und wir hätten nicht unser Kind oder Enkel und schon gar nicht die vielen Urenkel vor allen Gefahren schützen können. Wir sind gegen die Natur und daher hätten wir uns da nicht einmischen dürfen. Vielleicht ist es besser so gewesen, dass wir diese Zeit nicht mitbekommen haben. Wahrscheinlich hätte uns jeder Tod eines geliebten Menschen immer mehr zerstört. Und so kannten wir keinen einzigen davon.“ erklärte Ronald und Jasmin wusste, dass er recht behalten sollte. „Danke dir für die aufmunternden Worte. Jetzt fühle ich mich wieder besser.“ sagte sie und drückte ihm einen Kuss auf den Mund. Anschließend meinte Ronald überlegend: „Ich möchte ja gar nicht mehr aufstehen, weil es so schön neben dir ist. Aber mir scheint, als hätten wir die Aufgabe, es auch mal den anderen zu erzählen. Und ich soll mich ja noch anständig rasieren. Folgender Vorschlag: Ich gehe jetzt nach oben ins Bad und du bleibst gemütlich hier unten, bis es dunkel geworden ist, und informierst bereits ein paar Leute. Ach verdammt. Hier unten ist ja kein Empfang mit dem Handy. Na, dann müssen wir wohl etwas warten.“ Jasmin dachte kurz nach und meinte: „Warum sollte ich nicht nach oben können? Ich meine, du hast doch Vorhänge. Die schlucken ja schon sehr viel Licht. Und wenn Portia in der Sonne spazieren gehen konnte, wo sie ihre Perle noch nicht hatte, sondern einfach nur durch die Energie aus den Kisten, dann sollte es doch bei mir kein Problem darstellen. Ich habe sogar bereits meine Erinnerungen wieder. Immerhin haben meine Karten es gesehen, dass wir Vampire in der Sonne wandeln können.“ Sie wurde von ihrem Liebsten geküsst und er fragte: „Glaubst du, dass ich mich jetzt auch nicht mehr bei Vollmond verstecken müsste?“ „Schwer zu sagen. Du bist nach wie vor kräftig. Also deine Fähigkeiten des Werwolfes hast du definitiv noch. Wir müssten es ausprobieren.“ antwortete sie. Ronald schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, so was probiert man nicht aus. Weder setzt du dich dem vollen Sonnenlicht aus, noch ich dem Vollmond. Du könntest sterben und ich habe tagelang Schmerzen. Was schadet es mir denn, wenn ich einmal im Monat im Keller verbringen werde?“ „Du Feigling. Also ich werde das mit der Sonne jeden Tag etwas mehr versuchen. Ich habe es satt, dass ich nur in der Nacht hinaus kann. Und jetzt, mit meinen Erinnerungen an damals, wo ich mit dir zusammen in der Mittagssonne auf der Wiese gesessen habe, möchte ich dies auch in Zukunft wieder machen können.“ sagte sie. Außerdem fühlte sie sich stark genug, dass sie auf jeden Fall ins obere Stockwerk gehen konnte, auch mit offenen Fenstern. Und so stand Jasmin auf, zog sich ihre halblange Jeans und die Bluse an, um hinterher nach oben zu gehen. „Was wird denn das?“ wollte Ronald wissen, sprang auf und hielt sie fest. „Zieh dich an und dann gehen wir endlich. Wenn du dich beeilst, kannst du ja noch die Vorhänge schließen. Ansonsten mache ich es selbst.“ meinte sie. Hastig zog er die Jeans an und sagte: „Den Teufel wirst du. Warum willst du jetzt wieder sterben, wo wir uns gerade erst gefunden haben?“ „Ich will nicht sterben. Ich mag nur nicht mehr eingesperrt sein. Das ist ein Unterschied.“ erklärte sie und griff mit der Hand schon nach der Türklinke. Ronald versperrte ihr den Weg, indem er sich vor die Treppe stellte und sagte: „Also eines muss ich erst noch begreifen. Du scheinst nach all den Jahren irgendwie stärker zu sein. Ich meine das nun nicht negativ, ganz und gar nicht. Ich liebe dich dadurch nur noch mehr, aber ich muss mich jetzt erst daran gewöhnen, dass meine Frau ihren eigenen Kopf hat. Ich meine, ich habe deinen Willen stets respektiert. Dich auch unterstützt. Aber so bist du irgendwie draufgängerischer. Naja, ich werde dich immer noch so akzeptieren und versuchen, dich nicht vor der Welt zu schützen. Es sei denn, du willst das.“ Jasmin lächelte, streichelte liebevoll über seine Wange und antwortete: „Geh nach oben, schließe bitte die Vorhänge und als Nächstes kommt der Schnäuzer weg.“ Er lachte und lief schließlich die Treppe hinauf. Zuerst rief Jasmin bei Seth an. Immerhin war er damals ihr liebster Freund. Und auch als Vampir waren sie miteinander befreundet. Wie klein doch die Welt war. Sie wählte in ihrem Handy seine Nummer und hoffte, dass er nicht schlief, denn es war später Nachmittag. „Hallo Jasmin! Geht es dir gut?“ hörte sie ihn fragen. Ganz wie früher, dachte sie und fragte: „Seth, hast du letzte Nacht etwas Merkwürdiges bemerkt an dir?“ „Jetzt wo du es sagst, da war eine Frau mit langen, schwarzen Haaren. Sie hatte mich angesehen und dann habe ich eigenartige Krämpfe in der Magengegend bekommen. Weißt du, was sie mit mir gemacht hat?“ hakte er nach. Jasmin erklärte: „Hör mal, ich habe dir doch gesagt, dass sich etwas ändern wird. Und Portia kann in die Sonne gehen. Das was du gemerkt hast, kam von diesem Ereignis, was ich in den Karten gesehen habe. Ich kann dir alles erklären, wenn wir uns nachher in Amesbury treffen. Du bist der Erste, der von mir erfährt, dass es eine Kammer mit vierzehn Kisten gibt. Naja, in Ordnung, es wissen mehr von diesem Raum. Aber Fakt ist, dass bisher nur Ronald und ich herausgefunden haben, was es damit auf sich hat.“ „Wer ist Ronald?“ wollte Seth wissen, was Jasmin leicht grinsen ließ. Schließlich erzählte sie: „Das ist mein Mann.“ „Bitte was? Hast du etwa kurzfristig geheiratet?“ fragte er verblüfft. Sie lachte und sagte: „Nein, das nicht. Aber ich erzählte dir doch von meinem Traum. Der Mann mit der Kälte. Den ich bei dir spüren konnte. Ich habe ihn gefunden. Und stell dir vor, wir fanden Gegenstände, die uns gehört haben aus unserem früheren Leben und auf einmal konnten wir uns daran erinnern. Und wir waren damals schon ein Paar. Wir hatten eine Tochter. Und Seth, du warst damals schon unser Freund.“ Seth schwieg zunächst und dann hörte sie eine zittrige Stimme: „Damit ich das richtig verstehe. Wir hatten ein vorheriges Leben? Und wir waren befreundet? Und du hast einen Mann? In Ordnung, das kommt jetzt alles auf einmal. Ich muss es erst verkraften. Vielleicht verstehe ich es doch besser, wenn wir uns später hier treffen werden.“ „Das denke ich auch. Ich werde dir gleich die Anschrift senden, wo du die Kammer mit den Kisten finden wirst.“ meinte sie, doch Seth sagte leise: „Nicht nötig. Ich weiß, wo ich hin muss. Ich war vorletzte Nacht dort. Ich bin immer magisch an diesen Ort gezogen worden. Und wahrscheinlich bekomme ich heute Abend darauf eine Antwort, weshalb.“ Anschließend legte er auf. Das war seltsam, dass Seth dort hingezogen wurde. Immerhin hatte das bei keinem anderen so funktioniert. Ronald hatte ihr das auf der Fahrt erklärt, wie Christine an die Kammer kam und schließlich er. Keiner wurde da automatisch hingeführt. Es war Heather, die sie auf den richtigen Weg brachte. Wer war diese Frau? „Ronald? Wer ist diese Heather? Sie hat alles organisiert und sich um sämtliche Angelegenheiten gekümmert.“ fragte Jasmin ihren Liebsten, der sich gerade rasiert hatte. Es stand ihm ausgezeichnet. Ja, so erkannte sie ihren Mann direkt. „Wow! Siehst du gut aus.“ schwärmte sie mit einem wohligen Seufzen in der Stimme. Er quittierte diesen Ausdruck mit einem Kuss auf ihre Wange, fuhr dort mit der Nase herum und meinte: „Fühl mal, wie weich meine Haut jetzt ist.“ Sie lächelte zufrieden, aber dann besann sie sich wieder auf ihre Frage und hakte nach: „Also? Wer ist sie?“ „Ich habe keine Ahnung. Ich konnte diese Frau noch nicht durchschauen. Und das soll schon was heißen. Aber es ist ihr Haus, ihr Grundstück, vielleicht ist sie eine Nachfahrin von uns oder halt jemand der beauftragt wurde, uns zu helfen.“ antwortete er. Anschließend zog er sich ein frisches Hemd über, was sie schade fand, denn so konnte sie seine Brustmuskeln nicht mehr bewundern. Womöglich war es auch besser so, denn sonst würde sie erneut über ihn herfallen wollen. Doch sie riss sich am Riemen und dachte an ihre ursprünglichen Worte nach. Ihr blieb nichts anderes übrig, als Heather selbst zu fragen. Der nächste Anruf den Jasmin tätigte war mit Portia. „Hallo Jasmin! Schön dich zu hören. Was gibt es?“ „Hallo! Ich weiß jetzt, warum du die Sonne verträgst. Wir alle haben Artefakte, an die wir unsere Kräfte von damals gebunden haben. Aber es ist am Telefon schwer, dir das alles zu erklären. Komm am besten wieder nach Amesbury und hinterher wirst du es verstehen. Es ist viel zu kompliziert. Du musst es selbst erfahren.“ „Was für Kräfte von damals? Artefakte? Und wieso erst jetzt?“ wollte Portia wissen. Jasmin seufzte und antwortete: „Komm einfach her, ich muss auch noch andere Leute anrufen.“ „In Ordnung. Aber erst in der zweiten Hälfte der Nacht. Ich will den Sonnenuntergang an der Towerbridge genießen, dann muss ich in die Kampfschule und danach komme ich vorbei.“ sagte Portia und legte etwas genervt auf. Jasmin fand wirklich, dass es besser zu verstehen sein würde, wenn alle selbst ihre Erinnerungen wiederhaben. Ansonsten könnten sie es nicht, oder nur ziemlich schwer begreifen. „Hallo Jasmin! Ich wollte dich letzte Nacht von der Kammer abholen, wo warst du denn? Du bist auch nicht mehr an dein Handy gegangen. Ich habe mir Sorgen gemacht, aber Christine meinte, dass Ronald bei dir gewesen ist und er sich um dich gekümmert hätte, falls dir was passiert wäre.“ „Ja, hi Andy. Es tut mir sehr leid, aber scheinbar habe ich dich vergessen. Das kann schon mal vorkommen, wenn man durch die Energie der Kisten nur unter Krämpfen leidet, und dazwischen nur noch Augen für den Traummann hat.“ entschuldigte sie sich. Andy fragte nach: „Traummann? Sag nur? Ist es etwa dieser Ronald? Dieser Werwolf mit dem Schnäuzer? Oder hast du vielleicht noch jemand Besseren dazwischen gesehen?“ „Also erstens hat er seit eben keinen Bart mehr, zweitens, ja es ist dieser unglaublich attraktive Werwolf. Und drittens ist er meine einzig wahre und ewige Liebe.“ schwärmte sie und Andy sagte: „In Ordnung, ich habe nichts dagegen. Ich war nur etwas verwundert, wie schnell du dich verliebst. Dann bist du also OK?“ Sie lächelte ins Telefon und antwortete: „Besser könnte es mir gar nicht gehen. Aber mit den Kisten wurde noch etwas freigesetzt. Ich meine, du hast es selbst gespürt. Darin sind Gegenstände. Artefakte, um sie so zu nennen. Sie gehörten uns in einem anderen Leben. Deines war leider bislang nicht dabei. Aber es gibt ja noch fünf Kisten, die sich öffnen werden. Was ich sagen will, ist, dass ich mich wieder an alles erinnern kann, was damals passiert ist. Und in ein paar Tagen wird es auch bei dir an der Zeit sein.“ „Damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Das ist ja mal etwas ganz Neues. Na, dann darf ich ja mal gespannt sein, wer ich früher gewesen bin.“ meinte er lachend und fügte hinzu: „Nein im Ernst, ich freue mich darauf. Aber noch mehr freue ich mich, dass es dir gutgeht, du nicht irgendwo ohnmächtig herumliegst und du mit deinem Traummann zusammen bist. Wir sehen uns bald wieder. Mach es gut.“ Andy war jetzt ein sehr viel besserer Freund, als damals. Früher waren sie durch ihre Fähigkeiten und den gleichen Feinden, quasi miteinander verbunden. Natürlich mochten sie sich auch, aber in der heutigen Zeit, wo sie nur gemeinsam Vampire waren, wog ihre Freundschaft irgendwie mehr. „Na? Hast du schon alle erreicht? Möchtest du denn jetzt zuerst unter die Dusche oder soll ich?“ wollte Ronald von Jasmin wissen. Diese legte ihr Handy auf den Tisch, schaute sich ihren Mann verliebt an und antwortete: „Du siehst so gut aus ohne diese Haare unter der Nase. Ich denke, ich gehe direkt duschen, dann kannst du auch ein paar Leute anrufen. Wir werden sehr wahrscheinlich noch eine lange Nacht haben.“ Langsam nahm er sie in den Arm, gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, was ihre Beine wieder schwach werden ließ und meinte danach: „In Ordnung. Ich beeile mich auch und dann komme ich zu dir unter die Dusche.“ Dieser Mann war einfach unglaublich, dachte sie, und freute sich auf die gemeinsame Zeit mit ihm. Kapitel 2 Ronald schaute Jasmin hinterher, wie sie ins Badezimmer ging und dabei schon verführerisch ihre Bluse auszog. Dies machte sie extra nur für ihn. Trotz allem war er froh, dass sie im oberen Stockwerk herumlaufen konnte, ohne zu verbrennen. Die Vorhänge hielten nicht wirklich viel Sonne ab, aber scheinbar reichte es aus. Als Erstes rief Ronald Christine an. Immerhin war sie diejenige, die an den Geheimnissen der Kammer gearbeitet hatte. Zumindest gab es, was die Kisten betraf, keine Rätsel mehr. „Hallo Ronald, ich freue mich, doch noch von dir zu hören. Ich dachte ja, du hast die Kisten in letzter Nacht geöffnet und würdest dich direkt bei mir melden.“ sagte sie und er musste grinsen, bevor er erklärte: „Ja, ich habe die Inhalte gesehen. Es waren eine Kette mit Wolfszahn, eine sehr alte Flöte, eine Rassel und eine Schriftrolle, wobei ich an dich denken musste, dass du sie liebend gerne entziffern möchtest. Das war aber, bevor ich die Pfeife in die Hand genommen hatte.“ „Du hast was? Waren wir uns nicht einig, dass wir die Hände von all den Gegenständen lassen, bis ich alles notiert und fotografiert habe?“ fragte sie in aufgebrachtem Ton. Ronald verdrehte tatsächlich die Augen und sagte: „Nun lass mich doch mal ausreden. Diese Dinge gehören uns. Die Pfeife hat mir gehört vor sehr langer Zeit. Die Kammer wurde extra gebaut, damit wir unsere Artefakte wiedererhalten, an die wir unsere Kräfte gebunden haben.“ Christine fragte verwundert: „Von was für einem Zeug redest du da? Ja, ich habe dir gesagt, dass ich schon lange lebe, doch solange nun auch wieder nicht. Und was soll mir gehören?“ „Deins war noch nicht dabei. Aber das von William ist das Messer. Er ist einer von uns. Es ist eine verdammt lange Geschichte, wenn ich dir jetzt alle Einzelheiten erklären muss. Dafür habe ich gerade keine Zeit. Ich glaube, du solltest warten, bis sich die Nächsten öffnen und dann wirst du dich selbst an alles erinnern.“ erzählte er hastig, denn eine Dusche mit seiner Liebsten wartete auf ihn. Seltsam, dass er sie für wichtiger hielt. Natürlich war sie das Wichtigste, aber er sollte doch so vernünftig sein, um die anderen zu informieren. Knapp sagte er noch: „Und danke, dass du vorgegeben hast, eine Verabredung zu haben. Meine Nacht mit Jasmin war sehr schön. Sie ist meine Seelenpartnerin. Ihr gehörte die Rassel und wir haben eine Tochter gehabt.“ „Was?“ fragte sie, doch er legte einfach auf. Es war alles Bedeutende gesagt. Ronald überlegte, ob er zuerst duschen wollte, aber dies konnte unmöglich warten. Die Anderen wären ebenso froh, endlich ihre Seelenpartner in die Arme schließen zu dürfen. Also rief er bei Bella an. Immerhin war sie seine Freundin. „Hallo Ronald! Konntest du etwas über Christine herausfinden?“ fragte sie direkt. „Ja, hi Bella. Die Beantwortung deiner Frage schließt alles Übrige mit ein. Hör zu, ich habe nicht nur herausgefunden, dass Christine auch so alt ist, wie wir anderen, sondern unter anderem, woher wir alle kommen. Wir waren vor sehr langer Zeit Krieger mit besonderen Fähigkeiten, die wir an unsere liebsten Gegenstände gebunden haben. Und diese Sachen sind jetzt endlich aufgetaucht und ich kann mich wieder erinnern. Deines ist auch dabei. Ich schicke dir gleich die Adresse, wo du hinkommen kannst, um es dir zu holen.“ „Bitte noch einmal langsam, damit ich da mitkomme.“ sagte sie, doch Ronald meinte nur: „Komm einfach zu der Anschrift. Dort werde ich zu finden sein. Dann wirst du alles direkt verstehen können. Es ist zu kompliziert. Wir sehen uns da. Ach ja, sage bitte auch Tiffany Bescheid. Und den anderen ebenso. Bis bald.“ Dann legte er auf. Warum verstand es denn keiner von ihnen, dass dies der großartigste Augenblick in ihrem ganzen Leben sein sollte? Diese ganzen Erklärungen fand er total anstrengend. Früher war er durch nichts aus der Ruhe zu bringen, aber in seinem letzten einsamen Dasein, war er unruhiger geworden, zumindest innerlich. In dieser Zeit verließ er sich nur auf sein Hirn und fand es toll, wenn er den Leuten etwas erklären konnte, was sie nicht verstanden. Aber nun wollte er sein Hirn ins Eisfach legen und einfach nur mit Jasmin duschen. Er hatte das Gefühl, als müsste er die verlorene Zeit mit ihr mehrfach nachholen. Aber wenigstens einen Anruf musste er noch tätigen, bevor er die Anschrift als Sammelnachricht verschicken konnte, um dann das Handy fallenzulassen und nicht mehr zu beachten, bis er nicht mindestens noch zweimal seine Frau verführt hatte. „Hallo Ronald! Ich kann gerade nicht wirklich reden.“ schluchzte Viktoria, als sie sein Gespräch annahm. „Was ist denn los, dass du so traurig bist?“ wollte er wissen. „Ich glaube, es geht nicht, sonst breche ich erneut in Tränen aus.“ sagte sie mit weinerlicher Stimme. Ronald erzählte: „Die Kisten sind geöffnet. Du solltest darüber Bescheid wissen.“ „Bitte nicht heute. Ich kann mich da jetzt nicht drauf konzentrieren. Mir gehen zu viele andere Sachen im Kopf herum. Wir reden darüber, wenn es mir besser geht.“ unterbrach sie ihn. „Warum bist du denn so traurig? Was ich dir zu sagen habe, sollte dich aufmuntern.“ sagte Ronald. Schluchzend antwortete sie: „Ich war letzte Nacht mit William in London. Er zeigte mir die Stadt, nachdem ich für Heather das Buch geholt habe. Dann ging er mit mir in seine Wohnung, wo er mir seine Romansammlung zeigte. Und verdammt, er weiß nicht einmal, dass diese Bücher von mir sind. Aber er sprach oft von Christine. Und dann … ach Scheiße, ich bin in ihn verliebt. Ronald tut mir leid, doch ich kann jetzt nicht.“ Anschließend legte sie auf, bevor er ihr Mut machen konnte. Er musste es ihr sagen, damit sie sich beruhigte. Wieder wählte er ihre Nummer, aber sie ging nicht mehr dran. Naja, er würde sie bei Heather im Haus finden können, dachte er. Wie es sich Ronald vorgestellt hatte, machte er sein Handy aus, ließ es an Ort und Stelle fallen, knöpfte sich sein Hemd auf und wollte gerade ins Badezimmer gehen. Die Türklinke hatte er bereits in der Hand. Plötzlich kam seine Jasmin nur mit einem Handtuch bekleidet aus der Türe. Ihre schwarzen Haare mit den winzigen, grauen Strähnchen, waren patschnass und hingen herunter. Ihre grünen Augen wirkten daher irgendwie noch größer. „Oh, schade, es hat bei mir doch etwas länger gedauert.“ sagte er und zog sein Hemd aus. Sie knurrte ein wenig, schaute ihn dabei verführerisch an und meinte: „Du hast hier oben anscheinend ein Schlafzimmer. Den Keller können wir getrost hinter uns lassen. Ich glaube, wir sollten dort das Bett auch noch zerwühlen.“ „Unbedingt!“ hauchte er, hob sie mit dem Handtuch auf seine Arme und trug sie ins Schlafzimmer, wo er sie einfach auf das Bett legte. Mit einem Ruck entfernte er das Handtuch von ihrem Körper, nur um sie danach mit sich selbst zu bedecken. „Du bist irgendwie unersättlich, kann das sein?“ fragte sie nach, um ihn damit zu necken. „Wie kommst du nur auf solche abwegigen Theorien? Ich habe mit dir nur fast fünfhundert Jahre aufzuholen. Und wer hätte gedacht, dass ich als Werwolf so viel mehr Ausdauer habe?“ scherzte er und brachte sie mit einem leidenschaftlichen Kuss zum Schweigen. Sie krallte sich in seinen Hintern, der noch in der Jeans steckte. Aber nicht mehr lange, denn ihre Hände bewegten sich zwischen ihre Körper und sie nestelte so lange an dem Knopf der Hose herum, bis sie ihn öffnen konnte. Anschließend zog sie den Reißverschluss herunter und schon berührte sie mit einer Hand seinen steifen Schwanz. Jetzt hatten sie bereits so oft in dieser neuen Zeit miteinander geschlafen, und es reizte sie beide bis ins Unermessliche. Und so gab er ihr, wonach sie verlangte. Als es langsam dämmerte, sagte Jasmin: „Ich bin mal gespannt, wer von unseren Freunden zuerst da sein wird. Es ist so aufregend. Wenn die Person dann ihren Gegenstand in die Hand nimmt und uns erkennt, wer wir vorher waren. Ich bin schon total hibbelig.“ Ronald sah sie nur an und fand, dass sie in diesem Moment so jugendlich wirkte. Aufgeregt wie ein Schulmädchen vor dem Abschlussball. Er liebte sie so sehr und freute sich mit ihr. Wie ein Gentleman hielt er ihr die Autotür auf, damit sie einsteigen konnte. Nachdem er sich auf den Fahrersitz gesetzt hatte, meinte er: „Wir werden es bald sehen. Hast du dein Artefakt bei dir?“ „Natürlich. Du hast mir diese Rassel geschenkt, die eigentlich für unsere Tochter gedacht war. Glaubst du, ich werde diese jemals wieder aus der Hand legen?“ war ihre Antwort. Zufrieden lächelte er, denn als er sich daran erinnerte, wie er diese gebastelt hatte, aus ganz einfachen Mitteln die ihm die Natur bot, schien es, als hätte er es erst gestern gemacht. Was war er damals glücklich gewesen, als sie ihm gesagt hatte, dass sie schwanger war. Jetzt wusste er auch, warum seine Einsamkeit die letzten Jahre ständig gewachsen war. Und es war ja auch kein Wunder, dass diese an manchen Tagen so laut schrie, dass es ihn selbst fast zerrissen hätte. Alleine durch Jasmin war sein Leben wieder lebenswert. Nach einer knappen halben Stunde waren sie am Ziel. Bei dem Anwesen von Heather. „Warum kam mir die Strecke jetzt sehr viel kürzer vor, als letzte Nacht?“ wollte Jasmin wissen. Ronald lachte ein wenig und antwortete: „Weil du es kaum erwarten konntest, mit mir in mein Bett zu steigen. Daher kam es dir so verdammt lange vor.“ „Ich glaube das stimmt sogar. Mensch, wie gut, dass wir nicht nach London gefahren sind.“ meinte sie lächelnd, was ihn glücklich machte. Er liebte es, wenn sie so lächelte. Gemeinsam stiegen sie aus und gingen zum Haus hinüber. Drinnen war alles dunkel. Ronald klingelte an der Türe. Aber weder Heather noch Viktoria machten diese auf. „Seltsam. Das Auto von Heather ist da. Naja, vielleicht ist Viktoria noch traurig und Heather zu Fuß unterwegs. Dann gehen wir ohne sie zu der Kammer.“ Jasmin ging neben ihm und fragte: „Weißt du inzwischen, wer Heather ist oder was sie mit uns zu tun hat?“ Nachdenklich antwortete er: „Ich habe mir nicht mehr Gedanken darüber gemacht. Ich habe halt nur noch dich im Kopf.“ „Du hast dich eben auch verändert. Was Einsamkeit mit einem macht, ist schon erstaunlich. Früher hast du immer an einem Problem gearbeitet.“ bemerkte sie mit einem Zwinkern. „Tja, mit meinem Hirn war ich viel zu lange alleine gewesen. Jetzt hat halt wieder die schöne Zeit des Lebens angefangen.“ meinte er schmunzelnd. Er hatte ja bereits vorher überlegt, dass er seine Frau finden wollte und alles andere wäre ihm egal. In der Kammer schaltete Ronald das Licht an. Jasmin ging um die Kisten herum und fragte: „Haben wir auch alle erreicht? Also Seth, Portia und Andy habe ich informiert. Und du hast die anderen? Viktoria zum Beispiel. Und Christine, die ich wenigstens einmal gesehen habe. Da fällt mir ein, ich habe mit Andy zusammen Toni und Tiffany kennengelernt. Das sind Naynoth und Talesia.“ „Ja, Tiffany hatte mit mir ein Date.“ meinte Ronald und war gerade mit den Gedanken bei dem großen Sarg. „Du hattest ein Date mit ihr?“ wollte Jasmin wissen. Er räusperte sich und antwortete: „Das war, bevor ich von dir geträumt habe. Außerdem hat sie mich darum gebeten.“ „Na, dann will ich dir das noch einmal verzeihen.“ sagte sie neckisch. Ronald erzählte: „Ich habe auch Daleinth gesehen. Er heißt jetzt Daniel. Aber es war nur kurz. Tiffany ist mit ihm zusammen. Sie kann ihn ja über alles informieren.“ Sie überlegte und sagte: „Ich habe Maliwilth kennengelernt. Er heißt jetzt William. Und Speneth ist sein Freund, aber wie er nun heißt, weiß ich nicht. Fehlt nur noch Aliebalsia.“ „Das ist Bella, meine langjährige Freundin. Ich denke, dann werden wir alle gefunden haben.“ meinte Ronald. Doch hiernach zählte er kurz die Kisten durch, sah die Namen darauf an und bemerkte: „Scheiße! Naletia fehlt.“ Anschließend ging sein Blick zu dem großen Sarg hinüber und er wurde traurig. Jasmin kam zu ihm, umarmte ihn von der Seite, kuschelte sich an ihn heran und fragte: „Du glaubst also, dass sie hier drinnen ist?“ „Wo sollte sie sonst sein? Du hast doch damals alles gesehen. Kannst du dich daran erinnern, ob sie in der Zukunft auftauchte?“ hakte er nach. Sie überlegte und antwortete: „Das Einzige, was ich noch weiß, ist, dass sie die Einzige war, die es damals überlebt hat. Und sie hat uns in die Zukunft geschickt, als sie uns wiederbeleben wollte. Ich meine auch, dass ich sie nicht in der jetzigen Zeit gesehen habe.“ Er seufzte und sagte: „Sie kann nicht die ganze Zeit überlebt haben. Sie muss es sein.“ „Wer muss es sein?“ fragte auf einmal eine Stimme vom Eingang her. Seth stand dort und sah sie beide fragend an. Jasmin fragte vorsichtig: „Kennst du schon Ronald? Er ist mein Mann.“ „Er ist ein Werwolf. Ansonsten habe ich ihn noch nie gesehen.“ antwortete Seth und kam aber keinen einzigen Schritt auf ihn zu. Eher wirkte er so, als ob er auf einen plötzlichen Angriff gefasst war. Ronald verdrehte die Augen und hoffte, dass es nicht bei jedem Krieger so lange dauern würde, bis endlich die Erinnerungen wiederkommen. Es könnte eine verdammt lange Nacht werden.
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