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Die Chroniken der Lichtkrieger: Band 4 - Die Vampire

Die Chroniken der Lichtkrieger: Band 4 - Die Vampire

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500 Jahre vor Christus wurden 14 Menschen dazu auserwählt gegen das Böse zu kämpfen. Dazu haben sie besondere Fähigkeiten erhalten, die für jeden von ihnen einzigartig sind. Jeweils 7 Männer und Frauen, die zudem noch als Paare Seelenpartner sind, können ihre Kräfte vereinen, die eine außergewöhnliche Kraft entfacht zu dem kein einzelner alleine fähig ist. Sie müssen daher gegenseitig aufeinander achtgeben, damit niemand im Kampf stirbt. Jeweils 7 Krieger sind vom Mond abhängig und die anderen 7 von der Sonne. Ihre Kräfte funktionieren deswegen entweder nur am Tage oder in der Nacht. Sie können im Kampf getötet werden, jedoch sterben sie nicht am Alter oder einer Krankheit. Doch eine große Bedrohung schleicht sich durch ihre Reihen. Es gibt eine Weissagung, dass sie alle sterben werden. Einer von ihnen versucht dieses Schicksal zu vereiteln. Jedoch funktioniert es nicht so wie gedacht und die Lichtkrieger verlieren ihre Erinnerungen und zunächst auch ihre Fähigkeiten. Sie leben auf einmal in einer anderen Welt. Die Zukunft 2500 Jahre später. Doch sie sind nicht mehr fast unsterbliche Menschen, sondern teilweise zu anderen Wesen geworden, die nur in der Dunkelheit leben können. Sie bekämpfen sich gegenseitig, bis das Schicksal erneut zuschlägt.

📖 Leseprobe
Prolog: Ein paar Jahrhunderte vor Christus Geburt … „Deronia, ich glaube, wir müssen so langsam noch eine Kiste mehr in die Kammer bauen!“ sagte Naletia zu der jungen Frau vor sich. „Was denn für eine Kiste? Da sind doch bereits die vierzehn kleinen Kisten der Artefakte. Und deines ist da auch schon drinnen. Was willst du denn noch bauen?“ fragte Deronia fassungslos. Sie konnte sich nicht vorstellen, was Naletia meinte. Doch diese antwortete leise: „Es wird mein Grab werden.“ „Nein, das möchte ich nicht. Du wirst nicht aufgeben. Das lasse ich nicht zu.“ schimpfte die Tochter von Nanjia und Warrdaloonth. Sie war ihren Eltern so ähnlich, aber sie hatte auch durch Naletias Erziehung ihren sturen Kopf bekommen. „Ich muss für den Tag vorsorgen, an dem ich sterben werde. Da deine Mutter mich nicht in der Zukunft erwähnt hat, wird das zwangsläufig so kommen. Und was gibt es Schöneres, als später zwischen den Artefakten meiner Freunde zu liegen, und sie dann irgendwann wissen werden, wie und wann ich gestorben bin. Das ist mein letzter Wunsch. Und ich möchte das Grab bauen. Du wirst dafür sorgen, deine Nachfahren oder die Kinder und Kindeskinder von Semjia, dass ich dort hineingelegt werde, wenn ich einmal sterbe.“ bat Naletia. Tränen füllten die Augen von Deronia und sie sagte: „Ich werde das machen, was du von mir willst. Aber es bricht mir jetzt schon das Herz. Ich möchte dich genauso wenig verlieren, wie ich meine Eltern bereits verloren habe.“ Sanft strich Naletia der jungen Frau über das schwarze Haar und sagte: „Ich habe auch alle verloren. Meinen Geliebten, meinen Zwillingsbruder, die ganzen Freunde und auch deine lieben Eltern. Und ich vermisse jeden Einzelnen davon jeden Tag. Ich hatte nicht einmal das Glück, sie bestatten zu können. Sie alle waren plötzlich nach meinem Zauber fort. Nicht einmal richtig verabschieden konnte ich mich von ihnen. Und du wirst wenigstens die Chance haben, dich in Würde von mir zu verabschieden. Bitte Deronia.“ Die junge Frau mit den langen, schwarzen Haaren nickte Naletia zu und sagte: „In Ordnung. Bauen wir noch eine Kiste. Aber diesmal entscheide ich, wie sie aussehen soll.“ Kapitel 1 „Bitte entschuldigen sie mich, Miss Pettigrew. Aber so etwas ist mir noch nie passiert. Ich glaube, ich sollte in der heutigen Nacht keine Karten mehr für sie legen. Selbstverständlich müssen sie diese Sitzung auch nicht bezahlen.“ sagte Jasmin zu ihrer ersten und wahrscheinlich ebenso letzten Kundin zu dieser Zeit. „Das verstehe ich doch. Jeder hat mal einen schlechten Tag. Wenigstens weiß ich, dass mein Partner zu mir zurückkommen wird. Und das schon sehr bald. Vielen Dank Miss Stone!“ sagte Heather Pettigrew zu ihr und ging dann aus dem Wahrsagezimmer heraus. Jasmin hielt sich den Kopf fest. Sie hatte ständig nur Karten gelegt, aber nie eine Vision gehabt. Und die Legung des Decks war immer auf eine bestimmte Frage ausgelegt. Auch der Tod war je nach Fragestellung nicht ein Hinweis auf das tatsächliche Ableben, sondern konnte ferner bedeuten, dass etwas Altes vorbei ist, und symbolisiert einen Neuanfang. Sie hatte für Heather eine allgemeine Legung für die Zukunft machen wollen. Stattdessen hatte sie diese kurze Vision gehabt, was ihre Konzentration durcheinandergebracht hatte, und einige Karten sprangen beim Mischen einfach so aus dem Deck heraus, als ob sie genau für ihre Eingebung gedacht waren. Und als sie diese betrachtete, deutete es tatsächlich daraufhin, dass die Welt bald nicht mehr so sein würde, wie sie diese gekannt hat. Seit Jasmin denken konnte, war sie ein Geschöpf der Nacht. Ein Vampir, der Blut unbedingt zum Überleben braucht. Doch sie sah sich und ihren treuen Freund Andy in der Sonne stehen, ohne zu verbrennen. Und die Karten zeigten eindeutig neben dem Tod die Sonne liegen. Diese Legung deutete auf großes Glück hin, denn die Sonne gibt Kraft, sie strahlt das pure Leben aus. Und die anderen Symbole in der Legung deuteten auf eine rasche Veränderung hin. Vielleicht sogar in Verbindung mit einer Planetenkonstellation. Sonst, nach jeder Deutung, sammelte sie die Karten wieder ein und legte sie in eine kleine Kiste hinein. Doch sie wunderte sich so über das Geschehene, dass sie glaubte, sie würde den Verstand verlieren. Diese Vision, die war so klar, so greifbar und lebendig, als hätte sie die Sonne selbst auf ihrer Haut spüren können. Und die Karten machten sich fast selbstständig. Also dachte sie, sollten diese zunächst für die nächsten Stunden so auf dem Tisch liegenbleiben, bis Jasmin wieder bereit wäre, ihnen erneut Beachtung zu schenken. Sie wollte vorerst einmal in sich gehen, etwas ruhen, vielleicht noch ein wenig lebensspendendes Blut zu sich nehmen, um dann abermals die Legung zu deuten. Möglicherweise hatte sie ja doch mal einen Fehler gemacht. Jasmin hatte das Gefühl, dass sie mal an die frische Luft musste. Solange dies in London bei einer stickigen Sommernacht möglich war. Zwar hatte sie noch einen weiteren Termin für eine Kartenlegung, aber den konnte sie auch verschieben. Obwohl sie ja außerdem mal Geld verdienen musste. Erst die vorherige Nacht war sie in einem Lokal in Amesbury mit Andy feiern. Häufiger sollte sie sich nicht eine Nacht frei nehmen, sonst wüsste sie bald nicht mehr, wie sie ihren Lebensstandard aufrechterhalten könnte. Zum Glück lebten Vampire in schönen Häusern oder Wohnungen und nicht wie im Film in einer Gruft. Zum Schutz vor der Sonne reichten Jalousien aus oder man verzog sich in einen Keller. Gerade in London beschwerte sich niemand darüber, dass den ganzen Tag lang die Fenster dicht sind. Außerdem erklärte sie den Nachbarn, dass sie den Tag über schläft, weil die meisten Kunden des Nachts zu ihr kamen, da die am Tage arbeiten gehen mussten. Dies reichte vollkommen als Erklärung aus und keiner stellte weitere Fragen. Aber zunächst brauchte sie frisches Blut. Es waren noch zu viele Leute unterwegs. Sie konnte sich nicht einfach ein Opfer schnappen, in eine Ecke ziehen und an ihm saugen. Nein, sie musste es anders machen. Sie hatte ein rosafarbenes Kleid an, was schulterfrei war mit Rüschen am Ausschnitt. Es war luftig leicht und sah hinreißend an ihr aus. Dies würde ihr helfen. Daher ging sie zu den bekannten Stellen in London, wo sich viele junge Männer herumtrieben. Sie suchte sich von den ganzen Studenten, die dort zu finden waren, einen etwas bedürftigen Mann heraus. Bedürftig im Sinne von, er bräuchte mal ganz dringend eine Frau. So einer, der wahrscheinlich Probleme damit hatte, jemanden anzusprechen. Sie war zwar um einiges älter als dieser Kerl, aber für einen Moment Aufmerksamkeit von ihr, sollte es schon reichen. Sie sah aus wie vierzig, die Haare überwiegend schwarz mit ein paar wenigen grauen Strähnen drinnen. Aber die meisten Frauen färbten sich absichtlich solche Highlights. Von daher passte sie vollkommen in das Bild der Stadt. Sie ging also in die Gruppe Männer hinein, positionierte sich so zwischen ihnen, dass jeder von ihnen ihr in den Ausschnitt schauen konnte. Sie hasste es wirklich, ihren Körper derart anzubieten. Aber sie brauchte unbedingt etwas Nahrung in Form von Blut, und sie würde in der Sommernacht, wo die Leute erst anfingen zu leben, sonst keine Möglichkeit haben. Sie hoffte, dass sie vielleicht ein netter Mann ansprechen würde, denn dann könnte sie tatsächlich auch noch etwas mehr Spaß mit ihm haben, als nur an seiner Vene zu saugen. Als die meisten aber von ihr gar keine Notiz nahmen, sondern sich nur auf ihr Getränk in der Hand konzentrierten, fand sie einen Kerl, der sie schüchtern anschaute. Sein Blick fiel genau auf ihre Brüste und da wusste sie, dass er ihre nächste Mahlzeit sein würde. Langsam ging Jasmin auf den Typen zu, schaute ihn lächelnd an und fragte ihn danach leise ins Ohr: „Hast du Lust, mit mir an einen ruhigeren Ort zu gehen?“ „Ich bin mir nicht sicher. Kostet es auch garantiert nichts oder wie viel bräuchte ich?“ wollte er wissen. Sie hätte am liebsten gesagt, dass er nur mit seinem Blut bezahlen müsste, aber sie hauchte ihm ins Ohr: „Ich mache nichts, was du nicht willst. Und ich möchte dich gerne nur küssen und verwöhnen. Einfach nur, weil ich es gerade brauche. Ich nehme doch kein Geld dafür.“ „In Ordnung, dann komm mal mit!“ sagte er, griff sehr zögerlich nach ihrer Hand und ging mit ihr um ein paar Ecken herum an einen Platz, der zurzeit etwas unbelebter war. Schüchtern sah er sie an und fragte: „Ist es hier gut?“ „Sehr gut sogar.“ antwortete Jasmin und kam nah an ihn heran. Sie küsste ihn ganz zaghaft auf den Mund, denn es machte ihr gerade selbst keinen Spaß. Aber es musste sein. Ihre Hände legte sie an seine Schultern und mit einem Finger strich sie langsam an seinem Hals herauf. Schließlich, als er die Augen schloss und es ihm gefiel, küsste sie an seiner Wange vorbei auf seinen Hals zu. Sie flüsterte kurz in sein Ohr: „Ich habe Lust, dir einen tollen Knutschfleck zu verpassen. Dann kannst du nachher damit angeben, ist das in Ordnung für dich?“ Er stöhnte und sagte: „Ja, mach das.“ Na, wenn er da so bereitwillig mitmachte, konnte sie ihre Fangzähne etwas ausfahren und ordentlich zubeißen. Das Blut trat aus und rann warm ihre Kehle herunter. Anders als in den Filmen, wurde dieser Mensch nicht zu einem Vampir, und sterben würde er auch nicht, solange sie nicht alles aus ihm aussaugte. Aber sie wusste, wann sie aufhören musste. Dieser Mann war nur ein Hänfling, an dem kaum etwas dran war. Ein halber Liter Blut sollte reichen, damit er ihr nicht aus den Latschen kippte. Wie angewurzelt stand er dort und ließ es mit sich geschehen. Typische Jungfrau halt. Ein Mann mit viel Erfahrung, hätte sie gegen die nächste Wand gedrückt und versucht mit ihr eine Nummer zu schieben. Wenn sie es wollte, hatte sie es auch das eine oder andere Mal zugelassen. Aber meistens hatte sie keine Lust. Und sie war eben etwas stärker, als sie aussah. Somit gab es keine Probleme sich die Kerle vom Leib zu halten. Nachdem sie nach einem kleinen Moment den halben Liter Blut getrunken hatte, versiegelte sie die Wunde mit ihrem Zauber. Jeder Vampir konnte das. Es lag vielleicht an der Spucke oder einer chemischen Verbindung, auf jeden Fall schloss sich die blutende Verletzung unverzüglich mit einer Kruste, die auch schneller heilte, als mit einer Salbe. Sie schaute sich die Stelle noch einmal kurz an und es sah wirklich nur wie ein Knutschfleck aus. Jasmin fragte den jungen Mann: „War das so in Ordnung für dich?“ „Oh ja, könnten wir noch mehr machen?“ wollte er wissen. Sie sah an ihm herunter und merkte wie erregt er war. Sie antwortete: „Tut mir leid Kleiner, aber ich war nur scharf auf einen heißen Kuss. Du musst dir leider selbst helfen.“ Als er sie mit großen Augen ansah, da überlegte sie, warum sie eigentlich nicht das Gedächtnis löschen konnte. Es gab Vampire, wie Seth, die das draufhaben. Doch auf der anderen Seite sollte der kleine Student mit dem Knutschfleck bei seinen Freunden angeben können. Es ist nicht schön, wenn seine erste solche Erfahrung nicht mehr im Hirn abrufbar gewesen wäre. Jasmin seufzte und sagte: „Es tut mir leid. Aber ich brauchte das eben. Mehr ist leider nicht drin. Es sei denn, du bezahlst eine Menge dafür.“ Dann hätte sie auch für ein paar Nächte die Einnahmen des Kartenlegens raus. Als er erwartungsvoll sein Portemonnaie herausholte und die paar lächerlichen Scheine zählte, sagte sie direkt: „Lass stecken. Ich bin keine solche Frau. Soviel könntest du nicht haben, um mich dazu zu bewegen. Küssen habe ich gerne gemacht, weil ich dich nett finde. Aber mehr passiert heute hier nicht. Zumindest nicht mit mir. Gute Nacht.“ Anschließend ging Jasmin einfach so schnell sie konnte durch die Straßen. Sie war frisch aufgetankt mit Blut, die Bewegung tat ihr gut und sie konnte vielleicht doch noch rechtzeitig zu ihrem zweiten Termin wieder bei sich sein. In der Hoffnung, dass sie bis dahin die Karten von allem bösen Zauber gereinigt hatte. Wie gehabt an ihrem Beratungstisch angekommen sah sich Jasmin die Legung noch einmal an. Ja, auch nach ihrer Nahrungsaufnahme und der Nachtluft sagten die Karten immer noch, dass für sie eine große Veränderung bevorstand. Sie nahm sich einen Stift und ein Blatt Papier und schrieb ausführlich das Datum der Legung auf, hiernach die Vision und schließlich die Symbole der einzelnen Karten. Dies alles sollte sorgfältig dokumentiert werden, dachte sie. Danach schob sie alle Karten wieder zurück ins Deck und legte diese vorsichtig in das Kästchen hinein. Doch keine Minute später hatte sie den Stapel erneut in der Hand und mischte. Sie fragte innerlich, ob die Veränderung mit einer Planetenkonstellation zu tun haben wird. In dem Moment legte sie einige Karten vor sich auf den Tisch. Die Antwort war eindeutig dort abzulesen. Ja, es benötigte eine gewisse Zeit. Weiterhin fragte sie, wann es passieren würde. Und die Karten sagten innerhalb von einem Monat. Das überraschte sie doch etwas. Dann fragte sie, was die Veränderung bringt. Und die Karten sagten ihr, dass es Frieden geben wird und Liebe. Konnte das sein? Endlich Frieden mit allen Werwölfen? Und die Vampire, die trotzdem gegen sie kämpften? Sie hatte ja mit Andy bereits mit einem Werwolf, der Toni heißt, Freundschaft geschlossen. Vielleicht hatte die große Veränderung bereits begonnen. Und was war mit der Liebe? Oder wollten die Karten sie nur auf Zuneigung und Freundschaft hinweisen? Also fragte sie konkret noch einmal, ob es für sie die einzig wahre Liebe geben würde. Und die Karte der Liebenden sprang aus dem Stapel beim Mischen. Das war ja wirklich kaum zu glauben. Wenn sie nicht genau wüsste, dass ihre bisherigen Weissagungen ziemlich treffsicher eintrafen, würde sie spätestens dort gesagt haben, dass die Karten lügen. Sie sah zwar aus wie vierzig, aber sie hatte doch ein paar Jahrhunderte mehr auf dem Buckel. Und bisher war ihr nie ein Mann begegnet, den sie unbedingt haben wollte. Nicht einmal Andy, obwohl er ihr bester Freund war. Und er sah darüber hinaus noch sehr gut aus, war auch ein Blutsauger, und trotzdem lief da rein gar nichts zwischen ihnen. Sie war zusätzlich wählerisch, was Partner anging. Männer waren ja, wenn sie sehr gut aussahen, schon irgendwie sexy, aber ein Mann fürs Leben sollte ihr etwas mehr bieten können. Gerne gutaussehend, mental stark, ruhig, einfühlsam und sehr gerne hatte sie Intelligenz. Denn nichts hatte für sie mehr Sexappeal als Hirn. Und da haperte es schon daran. Es gab tausende gutaussehende Männer. Ebenso viele mental starke. Vielleicht auch tausende, die ruhig und einfühlsam waren. Und auch hunderte, die sehr intelligent waren. Aber dies alles in einer Person zu finden, konnte man an einer Hand abzählen. Und obendrein musste der dann auch noch damit klarkommen, dass sie eine über fünfhundert Jahre alte Blutsaugerin ist. Und schon gingen die Finger an der Hand nach unten und bildeten eine Faust. Die Chancen standen gen null. Die Karten mussten definitiv lügen. Oder sie war immer noch nicht gut drauf. Es klopfte an die Türe, eine Frau schaute hinein und fragte: „Miss Stone, ich bin etwas früher. Darf ich schon hineinkommen?“ „Ja, Miss Stevens. Ich räume gerade noch die Karten wieder zusammen und dann können wir sofort anfangen.“ sagte sie und hoffte, dass die Legung gut werden würde. Sie durfte sich keine Fehler leisten, denn ihre Kunden standen auf dem Spiel. Bisher hatte sie immer Recht behalten. Aber in dieser Nacht war sie sich nicht mehr so sicher. Kapitel 2 „Nein, wenn du das so machst, dann tust du dir nur selbst weh.“ sagte Portia zu einer ihrer Schülerinnen. In ihrem Sportoutfit stand sie neben der jungen Frau und zeigte ihr noch einmal, wie man richtig gegen den großen Sandsack kickte, indem sie ihr Bein hochwarf und mit voller Wucht dagegen knallte. Die Schülerin schaute sie bewundernd an und verkündete: „Ich hoffe ja, dass ich das irgendwann mal begriffen habe. Ich versuche es gleich noch einmal.“ „Ja, mache das! Ich sage Bob Bescheid. Der soll mich mal ablösen. Irgendwie bin ich gerade nicht gut drauf.“ meinte Portia und ging zu dem anderen Trainer ihrer Kampfschule. Sie war sehr stolz darauf, dass sie, durch die ganzen Kämpfe mit den Werwölfen, schon sehr gut trainiert war. Und diese Einrichtung brachte ihr ordentliches Geld ein. „Bob würdest du bitte mal übernehmen? Ich glaube, ich gehe noch ein wenig aus. Ich brauche etwas, was ich hier nicht bekommen kann.“ sagte Portia und löste bereits den Gummi aus ihren langen, braunen Haaren, um diese dann mit einem Schwung über die Schulter zu werfen. Der blonde, durchtrainierte Kerl schaute sie an und fragte besorgt: „Geht es dir heute nicht gut? Kann ich dir irgendwie helfen?“ „Nein, ist schon gut. Ich fahre gleich wieder mit meiner Maschine fort. Keine Ahnung, warum es so ist, aber die Stadt ist heute unerträglich für mich.“ erklärte sie, griff zu ihrer Wasserflasche und war auf dem Weg in die Umkleidekabine, um danach zu duschen. Plötzlich lief Bob ihr hinterher und fragte: „Geht es dir wirklich gut? Du weißt, dass ich dich liebe und ich möchte, dass es dir gutgeht.“ „Ja, mir geht es gut. Körperlich ist nichts. Aber ich brauche mal eine Veränderung in meinem Leben. Und du solltest mir nicht sagen, dass du mich liebst.“ seufzte sie genervt. Der gut durchtrainierte Typ kam näher an sie heran und sagte: „Aber wenn es doch so ist, was soll ich dagegen machen?“ Sie rollte mit den Augen und antwortete: „Du liebst nicht wirklich mich, sondern nur meinen Körper. Das ist ein Unterschied. Und selbst sofern es tatsächlich so ist, dass du mich magst, weil ich dir mehr bedeute, dann wirst du nicht glücklich werden, denn ich kann niemanden lieben.“ „Warum kannst du niemanden lieben? Du hast es doch nie versucht.“ wollte Bob von ihr wissen. Der Kerl würde nicht aufgeben. Nicht in dieser Nacht. Ja, sie hatten einmal was miteinander. Aber das beruhte wahrhaftig, von ihrer Seite aus, nur auf Sex. Wenn der nicht bald aufhörte, konnte sie für nichts garantieren. Als Vampir könnte sie ihm die Kehle aus dem Hals beißen. Gar keine schlechte Idee, wenn sie daran dachte, dass sie vielleicht wieder etwas Blut zu sich nehmen sollte. Doch er würde es erneut missverstehen, sowie sie an seinem Hals knabberte. Es musste einen anderen Weg geben. Sie sah ihn an und antwortete: „Ich war, seit ich denken kann, auf mich alleine gestellt. Ich habe niemanden und brauche auch keinen, der mir bei irgendwas hilft. Und ich habe noch nie jemanden geliebt. Bob gehe bitte und lass mich in Ruhe.“ „In Ordnung, aber wenn du mich brauchst, dann bin ich für dich da. Ich hoffe, das weißt du!“ sagte er und schaute sie dabei durchdringend an. Sollte er seine Hand nach ihrer Wange ausstrecken, würde er keine zwei Sekunden später, mit dem Arm auf dem Rücken, vor ihr liegen. Er zuckte zwar und sie sah, dass er es wollte, aber dann wanderten seine Augen gen Boden, er drehte sich um und ging. Sie hatte ihn nicht angelogen. Ihr Leben dauerte schon eine sehr lange Zeit in dieser Form. Damals wachte sie in einer Gasse auf. Mitten im Sommer und ohne eine Erinnerung an das, was vorher passiert war. Und sie musste sich durchs Leben kämpfen. Schauen, wo sie etwas zu Essen herbekam. Bis sie überhaupt registriert hatte, dass sie Blut zum Überleben brauchte. Sie verkaufte ihren Körper für Geld, damit sie über die Runden kam. Sie lernte kämpfen gegen Werwölfe und andere Männer. Dies machte sie zu dem, was sie war. Und sie vertraute niemandem. Naja, bis auf eine Ausnahme. Und die war männlich, hatte lange, blonde Haare, braune Augen, einen Dreitagebart, Vampirzähne und sah sehr gut aus. Seth war der Einzige, dem sie einigermaßen vertraute. Und der Sex mit ihm machte Spaß. Und genau das wollte sie auch in dieser Nacht. Mit dem Motorrad nach Amesbury fahren und mit ihm Spaß haben, bis sie wieder in der nächsten Nacht nach London zurück musste. Nachdem Portia geduscht war, zog sie direkt ihre Motorradkluft an, nahm ihre Sporttasche und ging aus der Umkleidekabine heraus. Sie hatte noch etwa zwei Stunden, bis die Sonne wieder aufgeht, um in Amesbury anzukommen. Diese verdammten Sommertage, wo die Dunkelheit etwa nur vier bis fünf Stunden dauerte. Da konnte man als Vampir nicht wirklich alle nächtlichen Aktivitäten erledigen, die man wollte. Und sie brauchte wiederum etwas Blut. Doch London war um diese Zeit sehr belebt und daher überlegte sie, ob sie in Amesbury noch ein geeignetes Opfer finden könnte. Ansonsten müsste sie bis zur nächsten Nacht warten. Es war ja nicht so, dass es sie aus den Schuhen werfen würde, wenn sie mal ein oder zwei Tage ohne frisches Blut auskommen musste. Aber sie war halt gierig. Was hatte sie sonst im Leben für Freuden, außer dem Kämpfen und ihrer Kampfschule? Und dem Sex mit Seth? Also konnte sie ruhig jeden Tag von einem anderen Kerl trinken. Manchmal verführte sie die Männer dazu oder meistens kam sie von hinten, schlug den Kerl gezielt so, dass er ein kleines Nickerchen machte, und bediente sich daraufhin an ihm. Das ersparte zumindest etwas Zeit. Was mit dem Typen dann passierte, ob er sich fragte, was gewesen war oder ob er danach noch von jemandem ausgeraubt werden würde, war ihr in dem Moment egal. Sie war ja schließlich keine Heilige und es hatte sie niemand gefragt, ob sie gerne Blut trinken würde. Immerhin hatte sie da kein Mitspracherecht gehabt oder eine Wahl. Seit sie in dieser Gasse wach wurde, brauchte sie es zum Überleben. Ob das vorher schon so war, konnte sie nicht sagen. Portia ging durch den Trainingsraum und sagte zu Bob: „Bis morgen Nacht. Ich werde erst kurz vor Mitternacht da sein. Dann löse ich dich ab.“ Er schaute sie an, als ob er sie gerne wieder aus ihrer schwarzen Lederhose ziehen wollte. Doch nachdem sie ihm einen bösen Blick zugeworfen hatte, sagte er: „In Ordnung. Bis morgen! Fahr vorsichtig und genieße die Fahrt.“ Sie winkte ihm zu, während sie sich schon umdrehte, und verließ die Kampfschule. Zielstrebig ging sie zu ihrem Motorrad, was in einer Seitenstraße geparkt war. Das alte Schätzchen stand dort in einem Top Zustand. Dieser Andy, der dieses Teil liebevoll restauriert hatte, war echt ein Meister seiner Kunst. Naja, er als Vampir hatte die Entwicklung der Autoindustrie sein ganzes Leben lang mitgemacht. Er wusste genau, wo etwas fehlte und wie er es reparieren konnte. Sie setzte sich auf den Bock, legte den Helm an und trat in den Anlasser, bis der Motor mit einem lauten Krach zu laufen begann. Und schon fuhr sie davon, denn mitten in der Nacht beschwerten sich sonst die Nachbarn, die in solch einer warmen Sommernacht mit offenem Fenster schliefen, und schließlich geweckt wurden. Endlich in Amesbury angekommen, stellte Portia ihr Motorrad auf dem Parkplatz von Aldi ab. Dort störte es niemanden und sie musste nicht mit dem lauten Motor durch die Stille der Nachbarschaft brausen. Sie schaute auf ihre Uhr. Noch etwa ein bis zwei Stunden, dann musste sie bei Seth sein. Es war zwar nach wie vor mitten in der Nacht, aber das war der Sonne egal. Und sie wollte ja noch einen kleinen Imbiss zu sich nehmen. Also ging sie zunächst durch die Straßen, um nach einem Opfer zu suchen. In diesem Teil der kleinen Stadt trieben sich gerade kaum Leute umher. Sie musste zu den belebteren Plätzen gehen. Vor Bars lungerten meistens noch alkoholisierte Typen herum, die versuchten nach Hause zu kommen. Doch als sie um die Ecke bog, da roch sie zuerst einen Werwolf, lange bevor sie ihn sah. Sie ging in Verteidigungsstellung und schaute um die Hauswand herum. Da ging doch tatsächlich ein Werwolf, mit dunklen, halblangen Haaren und einem Dreitagebart durch die Straße und hatte eine Frau mit langen, blonden Haaren auf seinen Armen. Während er sie durch die Gegend trug, himmelte sie ihn an. Allerdings schien er Portia gewittert zu haben, denn plötzlich schaute er von der Blondine zu ihr herüber. Sein Blick verriet ihr, dass er nicht an einem Kampf interessiert war, denn er verzog das Gesicht nicht zu einer hasserfüllten Grimasse. Stattdessen konzentrierte er sich lieber auf das Weib in seinen Armen und ging mit ihr langsam an Portia vorbei. Naja, sie war zwar keine Heilige, aber ein Unmensch war sie auch nicht. Wenn die beiden gerade glücklich waren, dann wollte sie ihnen das nicht einfach nehmen wollen. Es gab noch genug andere Nächte, in denen Krieg geführt werden konnte. Portia hörte leise, wie die Blondine fragte: „Bin ich dir nicht langsam zu schwer?“ Und dieser Werwolf antwortete: „Überhaupt nicht. Du bist für mich leicht, wie eine Feder.“ Portia unterdrückte einen Brechreiz. Na klar machte es ihm nichts aus, denn der Kerl hatte ja auch Kraft ohne Ende. Diese Frau wusste bestimmt kaum etwas über seine Vollmondnächte. Sie schaute auf ihre Uhr. Nur noch eine knappe Stunde Zeit. Noch nichts gegessen, und auch weit weg von dem Haus von Seth. Portia entschied sich daher, lieber zu ihrem Sexpartner zu gehen, bevor er wegen der Sonne sein Gebäude komplett verschloss, denn dann würde sie keine Möglichkeit haben, um zu ihm zu gelangen. Es dauerte einige Zeit, bis Portia vor seinem Haus stehenblieb. Das Licht war aus, soviel konnte sie durch die Fenster sehen. Entweder war Seth auch noch unterwegs, oder aber er saß im dunklen Zimmer, schaute den Mond an und war melancholisch. Dies war er öfter in der letzten Zeit gewesen. Ohne zu zögern klopfte sie an die Türe und wartete. Nichts passierte. Da wurde sie so langsam nervös. Die Türe war fest verschlossen als sie nachschaute, ob diese sich vielleicht öffnen ließ. Verdammt. Sie hatte keine Möglichkeit mehr, auf dem Motorrad, was weiter weg geparkt war, noch in dieser dunklen Stunde nach London zu fahren. Sie musste sich etwas Anderes suchen, denn es war denkbar möglich, dass Seth unterwegs irgendwie getötet worden war. Und dann würde sie warten, bis die ersten Sonnenstrahlen sie trafen. Sie wippte mit dem Bein vor Nervosität. Wie lange sollte sie ihm noch Zeit geben, bevor sie in eine Garage einbrechen musste? Oder eine Gartenlaube, vielleicht auch tatsächlich in eine alte Gruft? Sie schaute sich um, ob zufällig etwas in der Nähe war, wo sie den ganzen Tag Schutz vor dem Sonnenlicht haben könnte. Portia war ja nie sonderlich scharf auf bestimmte Cremes gewesen. Aber eine Sonnenmilch, mit Lichtschutzfaktor tausend, würde vielleicht Wunder wirken. Sie ging zu einem Fenster von Seths Haus und versuchte es zu öffnen. Und sie hoffte wirklich, dass sie dabei nicht von einem Nachbarn beobachtet wurde. Sollte sie erwischt werden, musste sie zwangsläufig töten. Denn wenn die Polizei sie in den Griff bekommt, würde sie in der Sonne ausgeliefert sein. Entweder auf der Fahrt ins Polizeirevier oder dort hinter einer Glasscheibe. Und da sie gut kämpfen konnte, musste sie es leider auch tun, um ihr eigenes Leben zu sichern. Dass es dabei Tote geben könnte, war halt ein Risiko. Also musste sie vorsichtig sein, dass sie nicht beobachtet wurde. Sie rüttelte am Fensterrahmen und nichts passierte. Alles fest verschlossen. Die nächste Möglichkeit wäre die, dass sie es im obersten Stockwerk versuchen sollte. Wahrscheinlich waren dort die Fenster ebenso abschlossen, aber wenn sie dort die Scheibe einschlagen konnte, war sie auf der unteren Etage trotzdem geschützt vor dem Sonnenlicht. Hastig suchte sie den Boden ab, nach einem Stein, der für diese Zwecke ziemlich gut geeignet war. Als sie endlich etwas gefunden hatte, richtete sie sich hastig auf und wurde plötzlich von hinten gepackt. Sie versuchte sich zu befreien, aber es ging nicht. Der Kerl war um so vieles stärker und sagte zu ihr: „Warum passt du nicht auf, wer sich von hinten an dich schleicht? Ich hätte dich locker direkt töten können. Hast du etwa Angst vor der Sonne? Bist du etwas nervös geworden?“ Portia kannte die Stimme und sie antwortete: „Seth, was läufst du auch noch hier draußen herum? Ich versuche bereits seit einigen Minuten ins Haus zu kommen. Ich dachte schon, dass dir etwas passiert ist.“ „Seit wann bist du denn um mich besorgt? Das sind ja ganz neue Töne von dir. Komm, lass uns reingehen.“ meinte Seth und ließ sie los, um die Türe zu öffnen. Portia schimpfte leise: „Ich bin nicht um dich besorgt. Du warst einfach nicht zu Hause und ich wollte halt nur ungerne verbrennen.“ Er lächelte, verschloss hinter ihnen die Türe, anschließend packte er sie und küsste sie intensiv. Sie mochte es, wenn er sie dominant und stürmisch an sich riss. Zwischen ihnen steckte keine Liebe, sondern einfach nur leidenschaftliches Feuer. Und der Sex war daher, wenig zärtlich und heftig. Also ganz nach ihrem Geschmack. Was sollten sie sich auch mit irgendwelchen Streicheleinheiten abgeben, wo sie doch schnell zur Sache kommen konnten. Sie wollte ihn schon ausziehen, da brach er ab und fragte: „Hast du etwa so große Sehnsucht nach mir?“ Sie wusste ehrlich nicht, was sie darauf antworten konnte. Schließlich sehnte sie sich nicht nach ihm. Portia antwortete: „Ich vermisse dich doch nicht. Mir war einfach heute nach Sex. In Ordnung?“ „Und warum hast du nicht nochmals diesen Trainer gefickt? Mit mir hast du dich doch erst vor zwei Tagen getroffen. Normal bist du erst in einer Woche wieder hier. Du musst doch arbeiten gehen.“ hakte Seth nach und ging durch den Raum. Sie stand da wie angewurzelt. Er ließ sie einfach dort stehen, wo er sie vorher geküsst hat. Und schließlich erklärte sie mit leiser Stimme: „Bob kommt nicht in Frage. Er ist mein Angestellter und ich brauche ihn. Außerdem hat er mir vorhin wieder seine Liebe gestanden. Da musste ich raus, bevor ich ihm was angetan hätte.“ „Ich glaube dir nicht. So etwas hat dich noch nie in meine Arme getrieben. Sag mir mal den wahren Grund!“ meinte er und setzte sich in einen Sessel hinein. Sie antwortete genervt: „Ich weiß es selbst nicht. Ja, Bob hat erst mit mir geredet, weil ich gesagt habe, dass ich einen Luftwechsel brauche. Mir stand der Sinn eben nach Veränderung.“ „Du weißt schon, dass es nur eine Abwechslung in der Zeit ist, die du sonst hier verbringst. Aber eine richtige Veränderung ist das noch nicht. Zum Beispiel wäre das eher, endlich ein Haus hier zu kaufen oder einen netten Mann kennenzulernen. Ein neuer Beruf oder ganz was anderes. Aber so ist es nicht verschieden. Ob du jetzt mit mir schläfst oder erst nächste Woche, macht da keinen Unterschied.“ meinte Seth, stand langsam vom Sessel auf und fragte anschließend: „Wie viele Werwölfe sind dir heute Nacht begegnet?“ Portia gefiel der Themenwechsel nicht sonderlich und sie antwortete: „Nur einer. Und der war gerade anderweitig beschäftigt. Ich glaube, der war frisch verliebt.“ Seth schaute aus dem Fenster und meinte nachdenklich: „Ich denke, dass sie sich vermehren. Vorher lebten hier nur drei. Ich hatte alle im Blick. Und dann hat mich doch glatt so eine blonde Frau angequatscht, dass sie wüsste, wer ich bin und sie mit mir reden will. Noch jemand mehr, der es weiß. Und in der letzten Woche habe ich einen weiteren Mann gerochen. Und letzte Nacht war noch eine Frau da. Das ist langsam nicht mehr nett hier. Da bin ich aus London fortgezogen, weil ich mir hier Ruhe und Frieden erhofft hatte, und dann leben hier ja schon fast mehr von denen, als in der Großstadt. Also wenn du möchtest, kannst du gerne mein Haus kaufen und ich ziehe wieder weg.“ Nun verstand Portia den raschen Themenwechsel. Sie meinte sehr überzeugend: „Gemeinsam könnten wie sie erledigen. Wir sind stark zusammen.“ Doch Seth winkte ab und sagte leise: „Ich habe es satt zu kämpfen. All diese Kämpfe machen mich so müde.“ Ihr gefiel gar nicht, dass er nun wieder so melancholisch drauf war, wie schon so oft die letzten Wochen. Das tötete echt ihre Stimmung und sie wusste nicht, warum sie bereits vor dem nächsten Treffen gekommen war.
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