Stars, Fans und Co. Kleiner Abstecher zum Comic

Ich erzähle interessierten Menschen immer, dass ich im Kindergarten angefangen habe zu schreiben. Naja, es war eine Bildergeschichte mit einem Wal. Mit meinem Kindergekritzel konnte ich einen Wal erkennen und formte daraus meine eigene Erzählung. Es wurden mehrere Bilder in DinA4 Größe, in denen der Wal seine Abenteuer erlebte. Da ich keine Buchbindung kannte und keine Mappe in diesem Moment zur Verfügung hatte, so habe ich die Bilder in der richtigen Reihenfolge im Treppenhaus an die Wand geklebt. An jeder Stufe hing ein Bild. Allerdings verblassten die realen Bilder in meinem Kopf mit der Zeit. Ich sah selbst nicht mehr das, was ich glaubte in den Zeichnungen gesehen zu haben. Die Geschichte verblasste ebenfalls. Das war schade.

In der Grundschule habe ich dann schreiben gelernt und entwickelte einen Comic über einen liebevollen Außerirdischen, der Zuno heißt. Ich habe drei Abenteuer mit ihm gemalt und mir ausgedacht. Sogar Merch habe ich in der Zeit angefertigt. Ich habe Poster gemalt, Figuren aus Pappe hergestellt, Stundenpläne mit dem Helden gemacht, ein Spiel entwickelt und brauchte nur noch einen Verlag. Damals gab es Selfpublishing nur in der Form, dass ich am Kopierer die Comics vervielfältigte und sie dann an interessierte Freunde oder Verwandte übergeben konnte. Meine Oma war begeistert und half mir es als Buch besser umzusetzen. Da war der Grundstein gelegt.

In der folgenden Schulzeit überlegte ich mit meinem besten Freund, der grandios zeichnen konnte und es heute noch kann, wir immer noch beste Freunde sind, ob wir einen Comic zusammen machen sollen. Er sollte die Zeichnungen übernehmen und ich die Storys liefern. Zuerst wollten wir etwas Gruseliges machen. Ich war ja unter anderem ein Fan der Geisterstunde oder den vielen Comicreihen, die sich mit Horror befassten. Doch wir kamen auf eine andere Idee. Es sollte Stars, Fans und Co heißen. Unter anderem wollten wir Humor darin haben und Grusel. Schwarzer Humor gefiel uns dabei am besten. Leider haben wir nur eine Geschichte entwickelt und er wenigstens die Titelseite gemalt, da wir uns zu damaligen Zeiten nur in der Schule sehen konnten und die Freizeit bei mir im Zimmer begrenzt war, da er nicht gerade um die Ecke wohnte und daher selten zu mir zu Besuch kam. Also verlief das Projekt leider im Sand. Vielleicht sollte ich jetzt noch einmal neu mit ihm anfangen. Ideen hätte ich und er hat sich mit den Zeichnungen auch weiterentwickelt.

Comis war ohnehin etwas, was mich zum Lesen gebracht hat. Bücher wollte ich lesen, aber irgendwie habe ich es nicht mal bis zur Hälfte geschafft. Damals konnte ich mich nicht auf ein dickeres Buch konzentrieren. Ich habe oft Jahre gebraucht, um eines komplett zu schaffen. Nur bei Comics konnte ich mehrere am Tag lesen. Zwar hatte ich dann keine Vorstellungskraft, da alles in Bildern meinen Augen gezeigt wurde, trotzdem konnte ich mir zumindest die dargestellten Geräusche vorstellen. Tja und dann war irgendwann der Knoten geplatzt und ich konnte auch dickere Bücher lesen. Mit dem Schreiben war das genauso. Ich fing mit kleinen Geschichten an, zuerst Comics. An meinen Romanen schrieb ich Jahre, da die Ideen in der Masse noch nicht sprudelten. Tja und nun schaffe ich ein dickes Buch mit über 400 Seiten in einer Woche oder an zwei Tagen. Je nach Freizeit oder Verspätung der öffentlichen Verkehrsmittel. Meistens lese ich in Bus und Bahn. Und jetzt schaffe ich die erste Version meiner Romane in ein bis drei Monate. Je nach Thema und Zeit. Seltsam, dass ich beim Lesen und Schreiben diese Parallelen habe. Für mich ist das der Beweis, dass ich mich auf jeden Fall entwickelt habe.

Immer wenn ich diesen Blog schreibe, erfahre ich auch ein wenig mehr über mich selbst. Es ist eine Art mich selbst noch einmal zu sehen und zu erfahren was noch in mir steckt. Gerade als ich über die Comis geschrieben habe, kamen mir die Ideen von damals in den Sinn. Und irgendwie kam die Muse wieder zu mir und küsste mir sanft die Wange. Wie schon so oft. Wir sind bestimmt beste Freunde. Naja, auf jeden Fall kam in mir der Wunsch hoch, selbst besser zeichnen zu können und wie ich es anstellen könnte, mit Hilfe von Programmen, eine vereinfachte Comicproduktion zu erstellen. Zum Beispiel male ich eine Figur und kann dann die Arme, Beine, Handstellungen, Gesichtsmimik und so weiter einfach nur verändern und abspeichern. Hintergründe einmal malen und öfter benutzen. Dann spart das Zeit und ich müsste nicht tausend Bilder malen, die sich gleichen. Oder mein bester Freund müsste dies nicht tun. Wobei ich ihn schon wieder höre, dass ich an die Lichtverhältnisse denken soll. Licht und Schatten. Ich muss schauen, wo die Lichtquelle ist. Und daher könnte ich das nicht so einfach machen. Aber ich überlege gerade, ob die billigen Comics das auch hatten. Aber in Ordnung. Dann machen wir eine Figur ohne Schattierungen und fügen diese dann später ein. Dann eben doch etwas länger arbeiten. Aber ich finde schon einen Weg, da die Ideen bereits in meinem Kopf sind und ich sie nur noch freisetzen muss. Und das mache ich auch. Ich finde einen Weg, wie ich es immer schon gemacht habe. Was raus muss, muss raus. Ich werde weiter berichten, wie ich kleine Erfolge auf dem Weg zum Ziel erreicht habe.

 

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